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Die Botschaften der Wissenschaft

Von Eva Stanzl

Wissen

Strategie-Papier: Österreich müsste mehr Forschungs-Außenpolitik betreiben.


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Alpbach/Wien. Unter dem Motto "Österreichs Forschungs-Außenpolitik soll besser koordiniert werden" präsentierte eine Arbeitsgruppe aller zuständigen Ressorts und Experten bei den Alpbacher Technologiegesprächen Empfehlungen an die Regierung zur Internationalisierung der heimischen Wissenschaft. Demnach soll Österreich nach dem Vorbild der Top-Forschungsländer, wie die Schweiz oder Skandinavien, mehr Forschungs-Außenpolitik betreiben.

Derzeit unterhält die Bundesregierung zwei "Botschaften" für Wissenschaft und Forschung: ein "Office of Science and Technology Austria" (Osta) in Washington und ein Osta in Peking. Die Aufgaben richten sich nach der jeweiligen Forschungslandschaft. So wurde das Büro in Washington schon 2001 gegründet, um auf der anderen Seite des Atlantik Interesse für den Forschungsstandort Österreich zu wecken und US-Forscher für heimische Institute zu gewinnen. Gleichzeitig sollte österreichischen, in Amerika arbeitenden Forschern eine Rückkehr nach Hause schmackhaft gemacht werden. Hauptaugenmerk des 2011 gegründeten Osta in Peking sind hingegen Kooperationen von forschungsintensiven heimischen Unternehmen und chinesischen Großkonzernen. Angesichts zunehmender Vernetzung, einer steigenden Anzahl an weltweiten Forschungsprojekten und der zunehmenden Mobilität von Wissenschaftern empfiehlt die Arbeitsgruppe unter Federführung des Verkehrsministeriums nun den Ausbau dieser "Botschaften". Zudem sollen Ostas in Russland und Indien eröffnet und je ein Wissenschafts-Attaché nach Südkorea, Brasilien, Japan Südafrika, Israel, Kanada, Singapur, Australien und in die Türkei entsandt werden.

Die 2011 von der Bundesregierung beschlossene nationale Forschungsstrategie, an deren Ende 2020 eine Forschungsquote von 3,76 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stehen soll, sieht unter anderem "eine abgestimmte Forschungsaußenpolitik" vor. An konkreten Maßnahmen schlägt das Papier den Aufbau von "Joint Labs" vor, in denen Industrie und Forschung an Exzellenzeinrichtungen in Zielländern arbeiten können. Weiters sollen nationale Technologietransfermaßnahmen verstärkt werden. Über die Kosten hüllte sich die Arbeitsgruppe mit Verweis auf die bevorstehenden Wahlen in Schweigen. Das Osta in Washington hat ein Jahresbudget von 240.000 Euro und wird von den Ministerien für Verkehr, Wissenschaft und Wirtschaft zu gleichen Teilen finanziert. Die Stelle des Leiters, derzeit Philipp Marxgut, trägt das Außenamt.