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Die brisanten Vertragsdetails des A-Tec-Verkaufs

Von Kid Möchel

Wirtschaft
Man muss den Verlag genau lesen, um durchzublicken...
© A-Tec

Penta Investments bastelt an rechtlichen Schritten gegen die Hauptversammlung. | Für Kleinanleger Rasinger ist die Abstimmung eine reine Pflichtübung.


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Wien. Seit Mittwoch ist die Katze aus dem Sack. Die A-Tec-Industries AG von Mirko Kovats hat wesentliche Bestandteile des Offerts des Bieterkonglomerats Contor Industries veröffentlicht. In der Hauptversammlung (HV) am 28. September soll der Deal abgesegnet werden.

Fast 201 Millionen Euro soll der Verkauf von zwei Sparten der A-Tec und des Kraftwerks Voitsberg für die Gläubigerquote einbringen, wie die "Wiener Zeitung" bereits am Dienstag berichtete.

Demnach wird die chinesische Wolong Holding für die Aktien der ATB Austria Antriebstechnik vorerst rund 90,45 Millionen Euro hinblättern. Das sind aber nur 90 Prozent des Gesamtkaufpreises. Der restliche Betrag ist durch eine Kaufpreisanpassungsklausel im Vertrag geregelt und hängt vom wirtschaftlichen Erfolg der ATB ab. Dieser Anteil (11,5 Millionen Euro) wird bis "zur endgültigen Feststellung des finalen Kaufpreises auf ein Treuhandkonto überwiesen", heißt es im Bericht des A-Tec-Vorstands. Der Betrag kann noch schrumpfen oder sich erhöhen, und hängt unter anderem vom operativen Gewinn (EBITDA) der ATB im Geschäftsjahr 2011 ab.

Dieser Zusatzbetrag dürfte nicht an die Gläubiger, sondern an die A-Tec fließen. Beim Kaufvertrag mit Wolong kommt hinzu, dass A-Tec laut Vorstand zu "umfangreichen Gewährleistungen und Schadloshaltungen verpflichtet wird, die A-Tec mit ihren Anteilen am Werkzeugmaschinenbauer Emco besichert".

Vertrag mit Pakistanis

Für die Aktien der Montanwerke Brixlegg AG und der Minerals und Metals Holding GmbH will die Investmentfirma Solstice mit pakistanischem Hintergrund 90 Millionen Euro hinblättern. Wie aus der HV-Tagesordnung ersichtlich ist, wurde dieser Vertrag zuletzt noch am vergangenen Sonntag ergänzt - anscheinend bereits zum dritten Mal.

Für das "vorübergehend stillgelegte" Kraftwerk Voitsberg will die Firma Palm-Square, mit Briefkastenadresse in der Freihandelszone Hamriyah in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 20 Millionen Euro in den Gläubigertopf einzahlen. Für diesen Kaufvertrag wird auffälligerweise kein Abschlussdatum ausgewiesen. Rund 3,5 Millionen Euro davon fließen in den Insolvenztopf der früheren A-Tec-Tochter AE & E Austria. Der Zahlung liegt ein Vergleich mit dem AE & E-Insolvenzverwalter Norbert Scherbaum zugrunde.

Einspruch einlegen

Der unterlegene Mitbieter Penta Investments prüft derzeit alle rechtlichen Möglichkeiten, den umstrittenen Deal noch zu stoppen.

"Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach rechtlich etwas dagegen unternehmen", heißt im Penta-Umfeld. Aufgrund der heiklen Materie und der Fristen will man sich derzeit aber noch nicht in die Karten blicken lassen. Nur soviel: Eine einstweilige Verfügung im Zusammenhang mit der Hauptversammlung steht im Raum.

Indes ist der Verkauf für Wilhelm Rasinger vom Interessenverband für Anleger so gut wie durchgewunken. "Das ist eine reine Pflichtübung in der Hauptversammlung, weil Mirko Kovats und sein Partner Schmidt rund 75 Prozent der Anteile an der A-Tec halten", so Rasinger. "Man kann dagegen sein, aber es wird nichts ändern."