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Die Burg muss das Sparen lernen

Von Heiner Boberski

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Ein streng geheimes Konzept der interimistischen Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann soll heute, am 1. April, noch im kleinen Kreis präsentiert werden. Wie die "Wiener Zeitung" exklusiv erfuhr, ist strengstes Sparen angesagt. Das beginnt bei der Beleuchtung - als erste, quasi programmatische Inszenierung der Ära Bergmann soll das Schauspiel "Das Dunkel ist licht genug" von Christopher Fry über die Bühne gehen. Ferner sollen Stücke mit wenig Bühnenbild und einer geringen Personenanzahl - wie "Warten auf Godot" von Samuel Beckett oder "Der Weibsteufel" von Karl Schönherr - den Spielplan beherrschen. Um Bearbeitungs- und Übersetzungskosten zu sparen, wird die revolutionäre Idee verfolgt, Klassiker wieder originalgetreu und zum Beispiel Shakespeare wieder in der unveränderten Schlegel-Tieck-Übersetzung aufzuführen. Auch bei Kostümen soll möglichst gespart, folglich in Zukunft noch textilfreier agiert werden als zur Hochblüte des Regietheaters.

Gegenüber dem Burgtheater, im Wiener Rathaus, soll am 1. April, wie die Austria Presse Agentur knapp vor der "Wiener Zeitung" erfuhr, entschieden werden, ob in der Fußgängerzone Mariahilfer Straße ein neuer "Bremsasphalt" einer belgischen Firma, der das Tempo rasender Radfahrer um bis zu 80 Prozent reduzieren kann, zum Einsatz kommt.

Aus dem österreichischen Finanzministerium wurde bekannt, dass jene, die mittels Photovoltaik ihren eigenen Strom erzeugen, eine Abgabe zu entrichten haben. Da sich die letzte Meldung nicht auf den 1. April bezieht, besteht leider der begründete Verdacht, dass sie ernst zu nehmen ist.