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Die Epidemie erreicht immer mehr Länder

Von WZ Online

Politik

Die Zahl der Personen mit Covid-19 steigt auf der ganzen Welt. In Europa ist Italien am stärksten betroffen.


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Die Zahl der Covid-19-Patienten steigt auf der ganzen Welt. Rund 106.000 Infektionen und über 3500 Todesfälle wurden von den Behörden bisher gemeldet. Das Virus erreicht immer mehr Länder. So hat auch die Republik Moldau (Moldawien) ihren ersten bestätigten Coronavirus-Fall gemeldet. Eine 48-jährige Frau wurde am Samstag nach ihrer Ankunft von einem Aufenthalt in Italien mit Lungenentzündung, akutem Atemversagen, Fieber, Husten und allgemeiner Schwäche in ein Krankenhaus eingeliefert.<p class="em_text">Italien ist der Staat in Europa mit den meisten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen. Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer stieg trotz umfangreicher Quarantänemaßnahmen am Sonntag auf 366, das sind um 57 Prozent mehr als am Samstag. Allein in der Region Lombardei wurden seit Samstag 103 Tote registriert. Bei der Zahl der Neuinfizierten wurde ein Anstieg von 26 Prozent auf 6387 gemeldet. Die Zahl der genesenen Patienten kletterte um fünf Prozent auf 622, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli mit. Die Zahl der Patienten auf der Intensivstation wuchs um 14,4 Prozent auf 650.

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Auch in Österreich ist die Zahl der Infizierten im Vergleich zum Vortag stark gestiegen: Bis Sonntag, 15:00 Uhr, waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums 102 positiv getestete Personen bekannt. Am Samstagabend war die Zahl noch bei 79 gelegen. In ganz Österreich wurden bisher schon über 4500 Personen auf das neuartige Coronavirus getestet.

Erstmals ist ein deutscher Staatsbürger nachweislich an dem neuartigen Virus gestorben. Es handle sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Es ist zugleich der erste bekannte Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 in Afrika.

In Deutscd selbst hat es bisher noch keinen bestätigten Covid-19-Todesfall gegeben, obwohl die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen im bevölkerungsreichsten europäischen Land am Sonntag auf fast 1000 stieg. Die größte Steigerung der Fallzahl gab es in Bayern, von 67 auf 200.

Auch in den osteuopäischen Staaten wird eine Zunahme verzeichnet. In Ungarn hat sich die Zahl der Fälle auf sieben erhöht, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Bei den Betroffenen handelte es sich um vier Iraner, einen Briten und zwei Ungarn. Zwei der Iraner waren laut Krisenstab zunächst nicht kooperativ. Die Verweigerung der Zusammenarbeit mit der Epidemie-Behörde käme einer Straftat gleich, betonte der Chef des Krisenstabes, Tibor Lakatos.

Bulgarien meldete die ersten vier bestätigten Virus-Fälle. Zwei Männer aus der nördlichen Stadt Pleven und zwei Frauen aus der Stadt Gabrovo in Zentralbulgarien seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte Todor Kantardzhiev, Leiter des Nationalen Zentrums für Infektionskrankheiten.

In der Slowakei gaben die beiden größten Universitäten des Landes, die Comenius-Universität und die Slowakische Technische Universität, die Einstellung ihres Lehrbetriebs ab Montag bekannt. Die Maßnahme gelte zunächst für zwei Wochen, hieß es. Der Zoo der slowakischen Hauptstadt schloss seinen Primatenpavillon, um die dort untergebrachten Schimpansen und Orang-Utans vor einer Ansteckung zu schützen. Nachdem am Freitag der erste Fall bestätigt worden war, haben mittlerweile fünf Personen in der Slowakei das Coronavirus.

In Slowenien trat am Samstag ein Verbot von sämtlichen Hallenveranstaltungen mit mehr als 500 Besuchern in Kraft, nachdem sich das Coronavirus seit Mittwochabend rasant auf mittlerweile 16 Fälle ausgebreitet hatte. Damit ist auch die Austragung des Skiflug-WM in Planica und der Herren-Skirennen in Kranjska Gora fraglich geworden. Laut den Behörden wird eine Durchführung ohne Zuschauer erwogen. Ministerpräsident Marjan Sarec berief für Montag den Nationalen Sicherheitsrat ein.

Großbritannien verbuchte den bisher stärksten Anstieg der Fallzahlen, von 209 auf 273 seit Samstag. Frankreich meldete bis Sonntag 1126 Fälle, um 177 mehr als am Samstag. Die Zahl der Toten stieg von 16 auf 19.

US-Staat Oregon rief Notstand aus

Der US-Staat Oregon rief den Notstand aus, nachdem sich die Zahl der Coronavirus-Fälle innerhalb eines Tages auf 14 verdoppelt hatte. Der Iran meldete am Sonntag einen Anstieg um 49 Todesfälle auf 194 innerhalb von 24 Stunden. Die nationale Fluggesellschaft Iran Air stoppte alle Flüge Richtung Europa.


Saudi-Arabien gab die Einstellung des Betriebs an allen Bildungseinrichtungen ab Montag bekannt. Bildungsminister Hamad al-Sheikh sagte, dass er die Einrichtung von "viruellen Schulen" angeordnet hatte. Am Sonntag ist die Zahl der Covid-19-Toten im Königreich um vier auf 19 gestiegen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte am Sonntagabend, dass eine Ausweitung der seit Freitag geltenden Einreiseverbote auf Reisende aus allen Staaten erwogen werde. Die Entscheidung, ob alle Einreisenden einer zweiwöchigen Heimquarantäne unterworfen werden, werde am Montag getroffen, sagte er. Österreicher und Bürger von 14 weiteren Staaten kommen schon seit Freitag nur nach Israel, wenn sie sich danach zwei Wochen lang in Quarantäne begeben.

Auch Katar verhängt Einreiseverbote. Wie die Regierung des Emirats am Sonntag mitteilte, wird Bürgern von 14 Staaten ab Montag die Einreise untersagt. Betroffen seien Ägypten, Bangladesch, China, Indien, der Iran, der Irak, der Libanon, Nepal, Pakistan, die Philippinen, Sri Lanka, Südkorea, Syrien und Thailand.

In Südkorea ist die Zahl der neu mit dem Virus infizierten Personen innerhalb von 24 Stunden um 272 gestiegen. Das teilte die Gesundheitsbehörde mit. Damit geht die Zahl der Neuinfizierten zurück. Am Tag davor waren insgesamt 448 neue Virus-Erkrankungen gemeldet worden. Insgesamt komme Südkorea nun auf 7313 Virus-Erkrankungen, die größte Zahl aller Länder außerhalb Chinas.

Das argentinische Gesundheitsministerium meldete den ersten Todesfall des Landes im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Er ist gleichzeitig der erste bekannte Todesfall in Lateinamerika.

In China ist die Zahl der bekannten Neuerkrankungen nach Angaben der Behörden am Samstag auf 44 gefallen nach 99 am Tag zuvor. Die Zahl der neuen Todesfälle liegt demnach mit 27 etwa auf dem Niveau des Vortages mit 28.

In den USA ist ein Teilnehmer einer konservativen Politik-Konferenz positiv getestet worden, an der auch Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence teilgenommen haben. Die betroffene Person habe jedoch während der Conservative Political Action Conference (CPAC) im vergangenen Monat mit den beiden Männern "nicht interagiert", teilte der Veranstalter American Conservative Union mit. Zudem habe die Person nicht an den Veranstaltungen in der Haupthalle der Konferenz teilgenommen. (afp, apa)