Zum Hauptinhalt springen

"Die FHs bekommen das Lob, Unis das Geld"

Von Bettina Figl

Politik

Fachhochschulkonferenz fordert von der Regierung neuen Finanzierungsplan.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 10 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wien. Seit bald 20 Jahren (anno 1994) gibt es in Österreich Fachhochschulen (FHs) - doch dass es wie derzeit keinen Entwicklungs- und Finanzierungsplan gibt, das gab es noch nie. Einen solchen forderte Helmut Holzinger, Präsident der FH-Konferenz, am Montag von der neuen Regierung.

Darin soll der Ausbau des FH-Sektors und die Valorisierung gesetzlich geregelt und "umgehend umgesetzt" werden. "Sobald die zukünftige zusätzliche Finanzierung geklärt ist, wird es einen entsprechenden Plan geben", sagt dazu Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Die FH-Konferenz kritisiert, dass FHs nur rund acht Prozent des Bundesbudgets für Unis und FH erhalten, und von der "Hochschulmilliarde" nur 40 Millionen Euro (vier Prozent). Laut ihren Ausbauplänen kämen die FHs 2019/20 auf 19 Prozent der Studierenden, der Anteil der Mittel solle sich an diesen "tatsächlichen Studienplätzen" orientieren, so Holzinger. Derzeit bekämen "die Fachhochschulen das Lob, die Universitäten das Geld", dabei stünden die FHs etwa bei den Absolventen viel besser da: Während das Verhältnis der Studierenden an FHs versus jenen an Unis 1:7 betrage (41.300 FH, 275.700 Uni), sei die Relation bei den Absolventen 1:3 (12.000 FH, 34.300 Uni), bei den Absolventen in Mindeststudienzeit plus zwei Toleranzsemestern eins zu eins (je 10.000, wobei die Studiendauer an FHs meist fix vorgegeben ist, Anm.).

Doktorat auch an Fachhochschulen

Forschungsquote von 3,76 Prozent, Hochschulquote zwei Prozent des BIP bis 2020, Weiterführung der Hochschulkonferenz und Ausbau des Doktorats sind weitere Forderungen der FH-Konferenz. Derzeit bieten FHs Doktoratstudien nur in Kooperation mit Unis an. Nun soll gesetzlich verankert werden, dass auch FHs diese anbieten dürfen. Noch im Herbst wird die Hochschulkonferenz über die Weiterentwicklung bei den Doktoratstudien diskutieren, heißt es dazu aus dem Wissenschaftsministerium.

Ob das Ministerium mit dem Unterrichtsministerium fusionieren solle, wie von der Hochschülerschaft angeregt, darauf wollte sich Holzinger nicht festlegen. Und auf die Frage, ob er mit dem jetzigen Wissenschaftsminister zufrieden sei, meinte er: "Wir erwarten uns noch sehr viel von ihm." "Zu Recht", so Töchterle, und verwies darauf: Valorisierung und Ausbau der FHs auf 50.000 Studienplätze seien Teil seines "Vier-Säulen-Modells".