Zum Hauptinhalt springen

Die Form des neuen Teamchefs

Von Christian Mayr

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 6 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Teamspieler werden naturgemäß nach ihrer aktuellen Form beurteilt - nicht anders wird es auch mit dem Neuen auf der rot-weiß-roten Trainerbank sein. Zur Erinnerung: Spätestens am 30. Oktober, also in neun Tagen, soll der Nachfolger von Marcel Koller feststehen. Und die Teamchef-Taskforce wird nicht drumherumkommen, dabei die aktuelle "Form" der Kandidaten zu berücksichtigen. Was die Chancen mancher massiv schmälern dürfte. Beispiel Peter Stöger: Er würde ja ohnedies nur zur Verfügung stehen, wenn ihn der 1. FC Köln rauswirft - und dann würde der Makel des Versagens an ihm picken (zehn Niederlagen in zwölf Spielen, darunter drei in der Europa League). Letztere lastet nach dem Trauerspiel seiner Austria auch auf Thorsten Fink: Undenkbar, dass eine österreichische Nationalelf derart kampf-, lust- und ideenlos im Prater auftritt wie die Violetten beim 1:3 gegen Rijeka. Wie überhaupt die internationale Bilanz des Deutschen suboptimal ist - man erinnere sich nur an den Selbstfaller in Überzahl in Pilsen. Gar nicht in die Europa League geschafft hat es Franco Foda, wobei das knappe Aus gegen Fenerbahçe aller Ehren wert war. Seine internationalen Erfolge sind insgesamt bescheiden, nur 2009 schaffte er es in die Gruppenphase. Fodas Atouts sind sicher der Meistertitel 2011 und die aktuelle Tabellenführung. Und dann wäre da noch der für viele sentimentale Favorit Andreas Herzog: Da derzeit ohne Arbeitgeber, ist seine momentane Form nicht existent, was auch ein Vorteil ist, da er keine Ablöse kostet. Der Rekord-Internationale hat zwar keine Kluberfahrung, dafür etwas, das niemand sonst vorweisen kann: einen wertvollen internationalen Titel. 2013 gewann er mit den USA die Concacaf-Kontinentalmeisterschaft Gold-Cup - und zwar wegen der Sperre von Jürgen Klinsmann als allein verantwortlicher Coach.