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Die Formel-fad ist nicht das Problem

Von Christian Mayr

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Die Formel 1 kann nicht jedes Jahr so spannend sein wie 2007. Damals kürte sich der Finne Kimi Räikkönen im letzten Grand Prix sensationell zum Champion - dem favorisierten Briten Lewis Hamilton blieb trotz eines überlegenen McLaren nur der Vize-WM-Titel, punktegleich mit Teamkollege Fernando Alonso, der im letzten Rennen ebenso noch um den Titel mitmischte. Von derlei Triumviraten in der Königsklasse des Motorsports ist die heurige Saison weit entfernt: Dank seines neuerlichen Start-Ziel-Sieges im südkoreanischen Yeongam am Sonntag kann der deutsche Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel den Champagner für seinen vierten Titel en suite bereits einkühlen. Schon kommendes Wochenende in Japan könnte der neuerliche Triumph perfekt sein - fünf Rennen vor dem Saisonfinale. Menschlich verständlich, dass die Konkurrenz ob dieser Dominanz schon genervt ist. So fühlt sich Hamilton an die Ära von Michael Schumacher erinnert: "Da bin ich regelmäßig vor dem TV eingeschlafen, weil ich schon vorher wusste, was passieren wird", ätzte der Brite. Ob er das nach dem verpassten Titel 2007 auch so gesagt hätte? Jedenfalls schickt sich die Kombination aus großer Fahrkunst (Vettel), perfektem Team und nötigem Kleingeld (Red Bull) an, die Formel 1 auch in den kommenden Jahren zu dominieren. Es sei denn, es wird - wie schon früher - mit künstlichen Änderungen im Reglement eingegriffen. Vettels Problem ist allerdings nicht seine Dominanz in der Formel-fad, sondern seine zuletzt gegenüber der Konkurrenz zur Schau gestellte Überheblichkeit.

So schnell können erfolgreiche Sympathieträger zu seriensiegenden Ungustln werden.