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Die Girls spielen den Bond

Von Judith Belfkih

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Ein Blick in die Augen von 007, eine flüchtige Begegnung, ein frecher Spruch, ein kurzer Flirt.

Nach dem Motto "die anderen spielen den König" war es von Beginn an ihre (oft kritisierte) Aufgabe, den Sex-Appeal von 007 zu unterstreichen. Im Idealfall erliegt Bonds Charme auch eine Frau aus dem Lager des Feindes. Ein Bond-Girl sollte sterben, möglichst an Bonds Stelle. Eines am Ende in seinen Armen liegen. Wenig Text, viel Dekoration. Wie kurz der Auftritt der Damen auch gewesen sein mag, Bond-Girl ist eine Kategorie, die sie ihr Leben lang nicht losgeworden sind. Ein Generationen übergreifender Club, Austritt unmöglich. Einmal Bond-Girl, immer Bond-Girl.

Bis "Spectre". Monica Bellucci hat einen neuen Club gegründet, deren erstes Mitglied sie auch selbst ist: Sie nennt sich Bond-Lady. Und ist stolz darauf, "dass ich mitgeholfen habe, 007 ein moderneres Konzept zu verpassen." Sie ist mit 51 Jahren jedenfalls die älteste Bond-Geliebte aller Zeiten. Vor 25 Jahren hat sie eine Anfrage als Bond-Girl noch abgelehnt. Des Frauenbildes wegen.

Das Bild der Frauen an Bonds Seite hat sich immerhin etwas gewandelt. So wie Bond selbst.

Sie müssen nicht mehr Honey Ryder, Kissy Suzuki oder Pussy Galore heißen. Sie dürfen intelligent, elegant und gefährlich sein, mehr tun als bloß anhimmeln. Mehr am Leibe tragen als Bikinis. Dürfen Bonds Boss sein und sogar Macht über ihn erlangen.

Eines dürfen sie jedoch nicht: Bond sein. Einen weiblichen 007 hat kürzlich Ex-Bond-Girl Diana Rigg angeregt. Der müsste aus Sicht der 77-Jährigen dann jedoch lesbisch sein. Weil ohne Bond-Girls - kein Bond.