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Die Lebensweisheit einer Tänzerin

Von Hermann Schlösser

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Wir sind daran gewöhnt, die Biographien jüdischer Emigranten vor allem als Leidensgeschichten wahrzunehmen. Das kann kaum anders sein, denn die Vertreibung der Juden während des Nationalsozialismus war ein nicht zu tilgendes Unrecht. Trotzdem ist auch wahr, dass viele der Vertriebenen anderswo ein neues Leben beginnen konnten, das (zum Glück!) nicht immer nur aus Leiden bestand.


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Zum Beispiel Wera Goldman: 1921 in Wien geboren, 1938 aus Österreich vertrieben, seitdem in Israel zu Hause. Am Freitag Vormittag war diese beeindruckende alte Künstlerin in der Sendung "Leporello" (Ö1) zu hören: Sie ist Tänzerin und im hohen Alter noch aktiv. Sie hält nichts davon, an die Verbrechen der Vergangenheit mit "Hass" zu denken - das habe keinen "praktischen Nährwert". Stattdessen lebt sie ihre Kunst, denn: "Solange ich auf den Beinen bin, tanze ich." Wenn das kein Rezept für ein geglücktes Leben ist. . .