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Die Lust auf Liebestropfen

Von Petra Tempfer

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Sie im knallengen kleinen Roten. Er kahlrasiert und in einem Leiberl, das sich mit jedem noch so kleinen Muskelpaketchen nach außen wölbt. Wozu, fragt man sich, braucht es da noch aphrodisierende Austern, Ingwersuppe mit Jakobsmuscheln und scharf gewürzte Liebestropfen auf den Tellern vor ihnen? Um an die größten Mythen zur Luststeigerung wissenschaftlich heranzugehen, geschehen in der "Future Trend Reportage" auf RTL. Herausgekommen ist eine gelungene, geschickt arrangierte Mischung aus faszinierenden Mythen unterschiedlicher Kulturen und verlockenden Kochrezepten - durchzogen von dem Befindlichkeits-Protokoll des Testpärchens Davin und Angelina sowie den wissenschaftlichen Untermauerungen des Hamburger Potenz-Experten Hartmut Porst.

Ein bisschen wie bei einer Zahnpasta-Werbung also, bei der begeisterte Tester Rückendeckung durch einen vermeintlichen Zahnarzt im vielversprechenden weißen Kittel (da muss er ja gescheit sein) bekommen. Umso ernüchternder das Urteil Porsts: Alles nur Einbildung. Das Keratin des Nashorn-Horns ist also ungefähr so luststeigernd wie Nägelkauen. Liebestropfen und Pheromonsprays reihen sich in die Liste der Irrtümer der Menschheit. Dass Davin und Angelina - Muskat, Ginseng und Tollkirschenbeeren hin oder her - dennoch ihren Spaß nach dem Essen hatten, davon kann man allerdings ausgehen. Denn, so der trockene, aber treffende Schlusskommentar des Experten: So manches Abendessen zu zweit kann sehr wohl aphrodisierend sein.