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Die Macht und die Lügen der Bilder

Von Heiner Boberski

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"Skyrunner" Christian Stangl erlitt beim Versuch, den K2 zu besteigen, offenbar einen echten Schwindelanfall: Das Foto, das ihn angeblich auf dem Gipfel zeigt, ist, wie er jetzt zugab, gefälscht. Geschwindelt hat wohl auch die - oder der - Südkoreanerin Oh Eun Sun, als sie behauptete, alle Achttausender erklommen zu haben: Ihr Gipfelfoto vom Kanchenjunga gilt in Fachkreisen eindeutig als Fälschung.


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Viel tragischer wirken sich freilich Bildfälschungen aus, die nicht falsche Leistungen, sondern gar nicht begangene echte oder nur sogenannte Missetaten darstellen. Der im Iran wegen angeblichen Ehebruches zum Tod durch Steinigung verurteilten Sakineh Mohammadi Aschtiani (wegen weltweiter Proteste wurde das Urteil bisher nicht vollzogen) wird vorgeworfen, dass sie ein Foto in der englischen "Times" unverschleiert zeigt. Obwohl laut der Zeitung eine Verwechslung vorliegt und das Bild gar nicht Aschtiani zeigt, hat ein iranisches Gericht der Todeskandidatin wegen dieses "Verbrechens" noch 99 Peitschenhiebe auferlegt.

Und eine deutsche Schülerin musste untertauchen, weil sie in einem auf "YouTube" veröffentlichten Video als angebliche Töterin mehrerer Hundewelpen hingestellt und in der Folge mit Morddrohungen bedacht wurde.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte? Vorsicht: Allzu oft ist die angebliche Aussage von Bildern eine faustdicke Lüge.