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Die neue Liebe der Österreicher zur EU

Von WZ-Korrespondent Wolfgang Tucek

Politik

Stärkster Zuwachs an EU-Befürwortern. | Weltwirtschaftskrise löst Meinungswandel aus. | Brüssel. Die Zustimmung der Österreicher zur EU steigt neuerdings steil an. Laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage ist der Anteil jener, die in der EU-Mitgliedschaft Vorteile sehen, nirgends so stark gestiegen wie bei uns. Plus 11 Prozent auf 47 verzeichnen die Meinungsforscher. Der EU-Schnitt liegt allerdings bei 56 Prozent.


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Österreich sei von einem niedrigen Niveau gestartet, sagt Harald Pitters, der für die Erhebung bei Gallup zuständig ist. Die letzte Umfrage im April sei von der Diskussion um eine Volksabstimmung über den Lissabonner Vertrag überschattet gewesen.

Angesichts der Finanzkrise rücke man zusammen, so Pitters. Auch das souveräne Vorgehen des französischen EU-Vorsitzes in der Georgien-Krise spiele eine Rolle.

Dass die EU "eine gute Sache" sei, finden in Österreich 39 Prozent. Mittelfristig gebe es Potenzial nach oben, glaubt der Experte. Vor allem Jugendliche seien eher pro EU eingestellt. Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre werde die Zustimmung daher weiter steigern. Damit näherte sich Österreich immer mehr dem EU-Schnitt. Spitzenreiter sind die Niederlande mit 80 Prozent, Schlusslicht die Letten mit 27.

Dass die Österreicher die Erweiterung der Union mit nur 33 Prozent positiven Stimmen am kritischsten sehen, bezeichnet Pitters als "Paradoxon". Grund dafür sei, dass die Erweiterung immer noch mit dem Beitritt der Türkei gleichgesetzt werde.