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Die Pension darf keine Armutsfalle für Frauen werden

Von Pamela Rendi-Wagner

Gastkommentare
Pamela Rendi-Wagner ist Klubobfrau der SPÖ.
© SPÖ

Ich fordere eine Pensionserhöhung durch die bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten.


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Die SPÖ setzt den nächsten Schritt zur Stärkung der Frauenpensionen. Ich fordere eine Pensionserhöhung durch die bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten und damit 50 Euro Extra-Pension pro Monat.

Beim morgigen Pensionsgipfel geht es der SPÖ darum, dass vor allem den BezieherInnen niedriger Pensionen die Teuerung von Wohn- und Lebenshaltungskosten über dem Wert der gesetzlichen Anpassung ausgeglichen wird. Menschen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben, haben es verdient, sich auch in der Pension keine Sorgen um ihren Lebensstandard machen zu müssen. Die Pension darf nicht zur Armutsfalle werden. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei die Situation von Frauen, denn sie trifft es besonders hart. Sie bekommen im Schnitt nur halb so Pension wie Männer. Das müssen wir ändern.

Im Juli ist der SPÖ mit der vollen Anrechnung der Karenzzeiten ein großer Erfolg gelungen, von dem vor allem Frauen profitieren. Denn durch die volle Anrechnung der Karenzzeiten werden bisherige Nachteile beim Urlaubsanspruch, bei der Kündigungsfrist oder beim Aufrücken im Gehaltsschema beseitigt.

Nun muss ein weiterer Schritt zum Schließen der Pensionsschere getan werden. Denn am Ende des Arbeitslebens erhalten die meisten Frauen nur die Hälfte der Pension, die Männer erhalten. Im Median liegen die Frauenpensionen nur bei 967 Euro pro Monat, Männerpensionen bei 1863 Euro. Grund für die Schieflage sind die niedrigen Löhne, die viele Frauen bezahlt bekommen. Löhne sind die Grundlage für die Pensionsberechnung, da sich an ihnen auch die Pensionsbeiträge bemessen. Dazu kommt: Wenn Mütter - oder auch Väter - nach der Geburt zuhause bleiben oder danach Teilzeit arbeiten gehen, wirkt sich das später negativ auf die Pension aus.

Jetzt werden Eltern pro Kind vier Jahre Kindererziehungszeiten mit einer Beitragsgrundlage von rund 1600 Euro im Monat angerechnet. Durch diese Anrechnung hat jede Frau mit Kind um 110 Euro mehr Pension pro Monat. Natürlich können auch Männer diese Zeiten angerechnet bekommen. Mit dem neuen SPÖ-Vorschlag der verbesserten Anrechnung der Kindererziehungszeiten - statt wie bisher 110 Euro pro Monat künftig 160 Euro pro Monat - sind das 50 Euro brutto mehr jeden Monat. Das soll für Frauen und Männer mit Kindererziehungszeiten gelten. Davon profitieren 750.000 Pensionistinnen.

Auf die SPÖ war und ist immer Verlass, wenn es um ein solidarisch finanziertes sicheres Pensionssystem geht. Die Österreicherinnen und Österreicher sollen sich im Alter keine Sorgen über ihre Pension machen müssen. Immerhin haben sie ihr ganzes Leben hart dafür gearbeitet.

Pamela Rendi-Wagner
ist Klubobfrau der SPÖ.

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