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Die Probleme bleiben in der Kabine

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer

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Es ist müßig zu spekulieren, wie ein Spiel Salzburg gegen Real Madrid ausgehen würde. Real ist ein anderes Kaliber, der Anspruch (und Etat) ein höherer und die Champions League ein anderer Boden. Geht es um die Reaktionen auf eine Enttäuschung, wie sie Real beim 1:4 gegen Ajax ebenso erlebte wie Salzburg mit dem 0:3 gegen Napoli (wenngleich Letztere ein Äutzerl weniger unerwartet war), geht der Sieg aber an Salzburg. Denn was sich bei Real danach beziehungsweise vor dem Auswärtsspiel am Sonntag gegen Valladolid abspielt, ist alles andere als königlich. Da soll Klub-Präsident Florentino Pérez zuerst die Mannschaft attackiert haben, dann der gegen Ajax gesperrte Kapitän Sergio Ramos, wahrlich kein Kind von Traurigkeit, der Klubführung Unvermögen attestiert haben, woraufhin Ersterer ihm coram publico mit dem Rauswurf gedroht haben soll. Ramos’ angebliche Retourkutsche, wonach er (Pérez) seine Schulden bei ihm zahlen solle und er (Ramos) liebend gerne das Weite suchen würde, waren der Gipfel des Eisbergs; die Kältewelle indessen herrscht in Madrid schon länger. Stars und Fans sind unzufrieden, die Betreuer rund um Noch-Cheftrainer Santiago Solari nicht in der Lage, die Gräben, die aufbrechen, zuzuschütten. Vielleicht wurden sie wirklich in der Vergangenheit durch die Extraklasse von Cristiano Ronaldo verdeckt. Zumindest dieses Problem hat Salzburg nicht. Dort ist man sich bewusst, dass Spieler kommen und gehen, immer wieder aufs Neue ersetzt und Rückschläge in Kauf genommen werden müssen - und dass interne Probleme dort bleiben, wo sie hingehören: in der Kabine. Auch aus diesem Grund ist ein Kollaps vorerst nicht zu erwarten.