Zum Hauptinhalt springen

Die Sonne wird aktiver

Von WZ Online

Wissen

Wissenschafter erwarten in den nächsten Jahren turbulente Aktivitäten der Sonne. Besonders heftige Ausbrüche können elektrische und elektronische Einrichtungen auf der Erde stören. Gefährdet sind vor allem Satellitensysteme.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 15 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Sonnenflecken gelten als Maß für die Heftigkeit der Sonnenaktivität. Je mehr dieser dunklen Zonen sichtbar sind, desto heftiger arbeitet sind die Ausbrüche, die als Strahlung und Sonnenwind auch die Erdatmosphäre erreichen. Generell schwankt die Sonnenaktivität in einem elfjährigen Zyklus. NASA-Experten erwarten etwa Mitte 2013 einen Höhepunkt der hochaktiven Phase der Sonne.

Ausbrüche der Sonne, sogenannte Flares, schleudern nicht nur Energie - etwa in Form von Röntgenstrahlung -, sondern auch Materie in den Weltraum, bisweilen auch Richtung Erde.

Wenige Stunden nach der Eruption erreichen uns schnelle Protonen und Ionen. Sie können durch ihre Energie Satelliten beeinträchtigen oder die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) gefährden.

Wesentlich langsamer bewegen sich Materiewolken aus Plasma, sie erreichen uns erst wenige Tage nach dem Ausbruch auf der Sonne. Gelangen sie bis zur irdischen Atmosphäre, kann es zu Störungen im Funkverkehr bis hin zur Zerstörung von elektrischen Einrichtungen kommen. In Österreich sind derlei Unfälle allerdings nicht bekannt. Generell sind die Vorgänge um Sonnenflecken und Flares Möglichkeiten für die Forscher, um zu ergründen, was im Inneren unseres Zentralsterns vor sich geht.

Die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die Erde sind - laut den Sonnenforschern auf der Kanzelhöhe - abgesehen von den direkten Folgen der Ausbrüche eher gering. So schwankt die sogenannte solare Konstante, also die bei der Erde ankommende Strahlung, im Bereich von etwa 1.360 Watt pro Quadratmeter (dieser Wert gilt außerhalb der Atmosphäre, Anm.) im elfjährigen Zyklus um lediglich ein Promille.

Teilweise werden laut den Experten aber schon Parallelen zwischen Sonnenaktivität und Erdklima gesehen, Kälteperioden mit Phasen schwächerer Sonnenleistung erklärt. Unter anderem wird die sogenannte Kleine Eiszeit im 17. und 18. Jahrhundert mit einem Minimum an Sonnenflecken für die Dauer von 70 Jahren in Zusammenhang gebracht.

LinksSonnenobservatorium Kanzelhöhe

+++ Solar Monitor

(Quellen: AFP, APA, NASA)