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Die Spitzenforschung ist in Österreich männlich

Von Petra Medek

Wirtschaft

Petition für Verbesserung der Rahmenbedingungen. | Laura-BassiZentren für Forscherinnen geplant. | Wien. Magere 19 Prozent beträgt der Frauenanteil hierzulande in der Forschung (auf Universitäten, in Unternehmen und im öffentlichen Bereich). Damit liegt Österreich im EU-Vergleich an der vorletzten Stelle, nur in Deutschland gibt es weniger weibliche Forscher.


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Darüber hinaus sind Frauen in der Forschung in Österreich primär in administrativen Bereichen zu finden - mit einem Brutto-Einkommen von maximal 2000 Euro. Einem Gender-Booklet des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie zufolge finden sich in der höchsten Gehaltsklasse der Forscher (über 5000 Euro) in Österreich insgesamt nur 9 Frauen, 95,1 Prozent der Forscher in dieser Gehaltsklasse sind Männer.

Demgegenüber werden in Österreich 40 Prozent aller naturwissenschaftlichen Doktoratsstudien von Frauen abgeschlossen. Aufgrund der großen Differenz zwischen der Zahl der Forscherinnen und der Absolventinnen drängt sich der Verdacht auf, dass die Rahmenbedingungen in der Forschung für Frauen schlecht sind, betonte Brigitte Piwonka, Initiatorin der Kampagne "Forscherinnen-Empowerment", die am Montag in Wien präsentiert wurde. Das Frauennetzwerk "IT Salon Pour Elle" rund um Piwonka hat nun eine Petition zusammengestellt, wie die heimische Forschungslandschaft frauen- und familienfreundlicher zu gestalten wäre.

Einer der wichtigsten Punkte ist die Errichtung von naturwissenschaftlich-technischen Forschungszentren, die von Wissenschafterinnen geleitet werden sollen. Die Idee für diese Einrichtungen, die nach der italienischen Forscherin Laura Bassi (1711-1778) benannt werden sollen, entstand im Wirtschaftsministerium (BMWA), erzählt Ministeriumsmitarbeiterin Sabine Pohoryles-Drexel der "Wiener Zeitung". Die Zentren gehören zu einem BMWA-Programm zur Förderung von Frauen in Forschung und Technologie. Österreichweit sollen fünf bis sechs solcher Labors entstehen, dafür ist allerdings noch ein Umsetzungsbeschluss des Rates für Forschung und Technologieentwicklung notwendig. Stimmt der Rat zu, könnten die Zentren nächstes Jahr errichtet werden.

40 bis 50 Prozent der erforderlichen Mittel für die Zentren sollen laut Pohoryles-Drexel aus der Wirtschaft kommen, der Rest vom Bund. Der Aufwand für die öffentliche Hand liege demnach bei rund 15 Mio. Euro für eine geplante Laufzeit von 7 Jahren.