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Die Uefa und das spanische Tief

Von Christoph Rella

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Ob sich Aleksander Čeferin für sein Arbeitszimmer bereits eine aktuelle Europakarte liefern hat lassen? Zumindest täte der neu gewählte Uefa-Boss angesichts der immer unüberschaubarer werdenden politischen Fußball-Landschaft in Europa gut daran. Kleine Fähnchen zum Markieren der diplomatischen Hotspots wären auch zu empfehlen - und derer gibt es aktuell doch einige. Während die Frage nach dem künftigen Status des Kosovo in der Uefa-Familie - Serbien hat ja vor dem Sportgerichtshof CAS gegen die Aufnahme der Balkanrepublik geklagt - noch einer Entscheidung harrt, braut sich über Spanien bereits die nächste fußballpolitische Gewitterwolke zusammen, wobei sich das Tief auf zwei Regionen konzentriert: Gibraltar und Katalonien.

Immerhin ist die Gefahr, dass die Uefa ins Auge eines spanischen innenpolitischen Wirbelsturms geraten könnte, so gering nicht, könnte es doch bald unter neuen Voraussetzungen zu veritablen

Grenzverschiebungen auf der iberischen Halbinsel - und damit auch zu Veränderungen in der Uefa-Mitgliederkartei - kommen. Die Frage, wie es mit der Kolonie am Südzipfel Spaniens nach dem Brexit weitergeht - Madrid hat erst am Freitag den Affenfelsen wieder beansprucht -, ist ebenso offen wie der Ausgang des für 2017 in Barcelona angekündigten Unabhängigkeitsreferendums.

Für die Uefa ist da in jedem Fall guter Rat teuer, wobei weniger Gibraltar, dessen Ausscheiden aus Großbritannien (und damit der Verlust von Nationalteam und Uefa-Mitgliedschaft) ja weitaus unwahrscheinlicher ist als der mögliche Aufnahmeantrag eines neuen katalonischen Staates, ein

diplomatisches Unwetter auslösen würde. Der Kosovo-Streit ist da
im Vergleich dazu ein Mailüfterl.