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Die Unvergleichbarkeit der Kunst

Von Petra Tempfer

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Drei Regisseure, drei Krimis, drei Leben. Und eine Idee. Am Dienstag strahlte die ARD die Trilogie "Dreileben" aus, die bereits im Vorfeld als TV-Experiment mit ungewissem Ausgang angekündigt worden war und auf der Berlinale Premiere gefeiert hatte. Viereinhalb Stunden dauerte der Dreiteiler, bei dem drei Regisseure je einen Film zum gleichen Thema - der Jagd nach einem Frauenmörder - machten. Im ersten Teil führte Christian Petzold ("Etwas Besseres als den Tod"), im zweiten Dominik Graf ("Komm mir nicht nach") und im dritten Christoph Hochhäusler ("Eine Minute Dunkel") Regie. Und drei Filme, die unterschiedlicher nicht sein könnten, entstanden.

Freilich bleibt die Grundidee stets die gleiche. Dem ersten und zweiten Teil ist auch die Raffinesse gemein, dass der Frauenmörder eigentlich Nebensache ist. Trotz exakt gleicher Sendedauer wirken erster und letzter Teil allerdings langatmiger als der zweite, der die am leichtesten verdauliche Kost bietet. Doch schon beim zweiten saßen am Dienstag nur noch 1,8 der anfangs 2,6 Millionen Zusehern vor den Fernsehern. Am Ende waren es 810.000. Ein gescheitertes TV-Experiment also? Auf den ersten Blick schon. Vielleicht war ARD-Programmdirektor Volker Herres aber einfach nur mutig. Mutig, die Bandbreite und Unvergleichbarkeit der Kunst vermitteln zu wollen - und Qualität zu liefern. Vermutlich hätte er quotentechnisch besser daran getan, die drei Teile nicht am selben Abend zu bringen. Der faszinierende Blick auf das Gesamtkunstwerk wäre dadurch jedoch verloren gegangen.