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Doping-Stuss

Von Christoph Rella

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Fahndet man in der Internet-Suchmaschine Google nach dem nicht gerade völlig sinnfremden Begriffepaar "Doping" und "Sport", erhält man immerhin rund 36 Millionen Einträge. Das ist schon eine erkleckliche Zahl. Vor allem im Vergleich mit dem ebenfalls nicht selten im Äther auftretenden Ampelpärchen "Korruption" und "Politik", über das Google "nur" in rund fünf Millionen Fällen etwas wenig Launiges zu berichten weiß.

Das passt ins Bild, gehört doch das Steigern sportlicher Leistung durch illegale Hilfsmittel nicht erst seit Peter Schröcknadels semi-lustigem Auftritt in Turin 2006 ("Austria is a too small country to make good doping"), Lance Armstrongs inszenierter Beichte bei US-Fernsehlady Oprah Winfrey 2013 oder dem nun publik gewordenen Skandal im Lager der Leichtathletik zu den veritablen Problemen im Sport. Umso befremdlicher muss da in dem Zusammenhang die jüngste Aussage des chinesischen Star-Schwimmers Sun Yang wirken, der am Montag zur Dopingfrage - an der auch der Schwimmsport beileibe nicht unbeteiligt ist - gemeint hatte, er verstehe nicht, "warum die Medien daraus so ein Thema machen". Schließlich gebe es ja "keinen Grund, an unseren Leistungen zu zweifeln".

Man muss Sun Yang zu seinem Mut, in einem Satz so viel Stuss zu reden, gratulieren. Erstens sind nicht "die Medien" schuld daran, dass Sportler dopen. Und zweitens gibt es 36 Millionen gute Gründe, die Ergebnisse von Sportlern zu hinterfragen - und die Sun Yangs, der schon einmal des Dopings überführt wurde und nun angekündigt hat, als erster Schwimmer alle Freistilstrecken gewinnen zu wollen, besonders. Das schreit geradezu nach einer Kontrolle. Liebe Doping-Jäger, waltet eures Amtes!