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Dreht sich im Rathaus bald das Postenkarussell?

Von Veronika Gasser

Politik

In der Wiener Stadtregierung laufen zur Zeit heftige Personaldebatten. Wie es scheint, haben weder Umweltstadträtin Isabella Kossina, Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker noch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny allzu gute Chancen, ihre Posten zu behalten. Auch für Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann soll bereits ein Nachfolger in Sicht sein.


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Noch vor Jahresmitte 2004 könnte es auch in der Stadtregierung zu Personalrochaden kommen. Geringe Chancen ihre Jobs zu behalten, werden Umweltstadträtin Isabella Kossina, Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny eingeräumt. Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann könnte Wilhelm Marhold, ärztlicher Direktor des Krankenhauses Rudolfstiftung und Freund des Bürgermeisters, nachfolgen. Diese Personalrochade sei bei Marholds Geburtstagsfeier am 12.9. besprochen worden.

Grete Laska, seit langem mit Häupl befreundet, wird sich vom Sozialressort trennen. Sie gilt als wahrscheinliche Nachfolgerin von Finanzstadtrat Sepp Rieder. Für höhere Weihen in Wien ist auch Josef Broukal im Gespräch. Er soll das Parlament verlassen und als "Zukunftsstadtrat" ins Rathaus wechseln. Sein Ressort könnte Wissenschaft sowie die bei Rieder angesiedelten Technologiefonds umfassen.

Stadtwerke: Dreiervorstand

Der derzeitige interimistische Stadtwerke-Holding- und Wiener Linien-Generaldirektor Günther Grois geht mit Ende des Jahres in Pension. Als Nachfolger in der Holding kommen in Frage: Michael Obentraut, Wienenergie-Vorstand und in den Stadtwerken für die Finanzen zuständig und sein Kollege Felix Joklik, derzeit schon Stadtwerke-Vorstand für Personal und Recht. Außerdem soll Anfang 2004 Gabriele Payr, derzeit Wiener Wohnen-Chefin, in den Vorstand der Wiener Stadtwerke wechseln. Sie gilt als enge Vertraute von Magistratsdirektor Ernst Theimer und Wohnbaustadtrat Werner Faymann. Als wahrscheinlich gilt, dass es künftig keinen Generaldirektor mehr gibt, sondern dass die drei Direktoren gleichberechtigt agieren.

Sollte sich der Aufsichtsrat für diese Variante entscheiden, wäre Obentraut, der bisher als Grois-Nachfolger gehandelt wurde, aus dem Rennen um den begehrten Generaldirektorposten. Aus dem Umfeld des Bürgermeisters ist zu hören, dass dieser ihn keinesfalls für die "Nummer 1" hält.

Ebenfalls gute Chancen innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Holding-Vorstand einzuziehen hat der Jurist Wolfgang Müller, Präsidialchef von Bürgermeister Häupl. Er und Payr mussten dafür eine Managementausbildung machen. An den für die Personen passenden Stellenausschreibungen müsse gebastelt werden, heißt es. Neuer Chef der Wiener Linien könnte Michael Lichtenegger, derzeit Leiter von Betrieb und Kundendienst, werden.