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Ecclestone, der Frauenversteher

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Die Rache des Journalisten ist bekanntlich das Archiv. Und da findet sich zu Bernie Ecclestone so einiges. Wie sagte er einst so schön? Er habe eine "wundervolle Idee": Frauen sollten ganz in Weiß gekleidet sein, damit sie zu den "anderen Haushaltsgeräten" passen. Es war ein echter Schenkelklopfer. Vielleicht meinte er aber ohnehin eher "wunderlich" statt "wundervoll"; jedenfalls muss man der Ehrlichkeit halber sagen, der Mann hat sich für den "Witz" entschuldigt, den er am Rande des Indianapolis-500-Rennens 2005 zum Besten gab, als Danica Patrick als Vierte nur knapp am Stockerl vorbeiraste. Jetzt haben sich die Zeiten geändert, selbst in der Formel 1. Seit Jahren spricht Ecclestone davon, dort gerne eine Frau haben zu wollen - das würde sich gut vermarkten lassen -, Williams-Testpilotin Susie Wolff drängt ins Rampenlicht, und bei Sauber hat Teamchefin Monisha Kaltenborn das Sagen. Könnte dies bald auch in der Chefriege der Formel 1 so sein? Wenn es nach Ecclestones aktuellen Aussagen geht, ja. Für den Fall, dass er eines (fernen) Tages nicht mehr die Geschäfte führen könne, bringt der 84-Jährige Sacha Woodward-Hill in Stellung. "Wenn ich das Sagen im Vorstand hätte, würde ich sicher denken, dass es keine schlechte Idee wäre, wenn eine Frau Geschäftsführerin werden würde", sagte er nun englischen Medien. Nanu, Bernie, der Frauenversteher? Gut, Ecclestone hat schon des Öfteren für eine Überraschung gesorgt. Doch dass er tatsächlich seine Meinung geändert hat, muss man ihm nicht zwangsweise unterstellen. Woodward-Hill ist Ecclestones rechte Hand, hat ihn als Hausjuristin schon aus so manchem Schlamassel rausgeboxt und ist in der Wirtschaft und Ecclestones Imperium bestens vernetzt. Ein Schelm, wer denkt, es gehe auch hier nur um Freunderlwirtschaft und Machterhalt.