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"Wiener Zeitung": Wie sind die Strategien grüner Frauenpolitik für die Zukunft?
Madeleine Petrovic: Das wichtigste ist, dass die Frauen in Österreich den Eindruck bekommen, dass es jemanden gibt, der Frauenpolitik weiterhin betreiben und im Parlament aktiv sein will · auch
wenn für die Frauen in dieser Gesetzgebungsperiode sicher nichts Gutes zu erwarten ist. Es ist zu hoffen, dass jetzt mehr Frauen klar wird, was diese Regierung durchführen wird. Es ist auf Dauer ein
fürchterlicher Rückschritt, wenn nämlich statt einer Frauenpolitik lediglich Familienpolitik betrieben wird, und den Frauen vorgegaukelt wird, dass alles, was den Familien zugute kommt, automatisch
auch den Frauen zugute kommt. Wir wissen, dass das nicht so ist. Diskriminierungen bei Löhnen und Pensionen sind überdies offenbar egal.
"WZ": Welche Verschlechterungen sehen Sie?
Petrovic: Es gibt keine eigene Stimme im Ministerrat. Es stimmt, wir waren mit der SP-Frauenministerin oftmals nicht einverstanden. Es bräuchte eine Antidiskriminierungspolitik. Denn es ist
ungerecht, dass Frauen für gleichwertige Arbeit im Durchschnitt um ein Drittel weniger verdienen und im Alter nur die Hälfte der Pension eines Mannes haben. Obwohl kein Mensch behaupten wird, dass
Frauen nur die Hälfte arbeiten. Und die Kürzung der Ermessensausgaben wird dazu führen, dass Förderungen gestrichen werden und dass die Arbeit der wichtigen Fraueneinrichtungen nicht im selben Umfang
weitergehen kann...
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