Zum Hauptinhalt springen

Ein Herz wie ein Bergwerk

Von Christina Böck

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 12 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

"Du entschuldige." Ja, das singt Peter Cornelius. Und ja, der Text geht nicht besonders passend weiter. Aber irgendwie muss man in letzter Zeit relativ oft an diese Perle des Austropop denken. Es geht also um Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich. Letzterer ist stinkig. Nachhaltig stinkig. In einem Radio-Interview hat Kollege Ambros launig erzählt, wie das so war damals, mit einem kokainabhängigen Bandmitglied - bei Austria 3 - zu arbeiten. Er griff auch zu durchaus anschaulichen Beschreibungen: "Knopferlaugen" wie jene, die er bei Fendrich diagnostiziert hat, würde man sich in einem guten, alten Austropop-Lied nicht schöner erwarten. Überhaupt wünscht man sich als Beobachter dieses Bardenkrieges irgendwie, dass ein "Nino von Wien", der viel gepriesene "neue Danzer" hergeht und ihn vertont.

Rainhard Fendrich zeigt sich unversöhnlich. Vielleicht hat er auch Ambros’ Zurückrudern in den falschen Hals gekriegt. Der hat sich auf die Radioredaktion ausgeredet: Dort seien relativierende Aussagen entfernt worden, er habe ja eh gesagt: Das ist jetzt "Schnee von gestern sozusagen." Fendrich hat jetzt aber, so die Vorausmeldung eines eifrigen Boulevard-Magazins, "als Mensch" jeden Respekt vor Ambros verloren. Vielleicht sollte man die eigenen Songtitel nicht ganz wörtlich nehmen. "Weusd a Herz host wia a Bergwerk" - so hart?