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Ein Landsmann hätte Startvorteile

Von Walter Hämmerle

Politik

Bischof Klaus Küng hinterlässt in der Diözese Feldkirch ein wohl bestelltes Haus, ist der Abt des Zisterzienserklosters Wettingen-Mehrerau in Bregenz, Kassian Lauterer, überzeugt. Als Nachfolger wünscht er sich wiederum einen Vorarlberger. Ein solcher würde Land und Leute kennen und daher wissen, dass man eine Diözese in dieser Lage nicht einfach umpolen könne.


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Dass auch sein eigener Name immer wieder in den Gerüchten als Nachfolger Küngs in Feldkirch genannt wird, nimmt Lauterer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" eher von der humorvollen Seite: "Im 71. Lebensjahr fängt man nichts Neues mehr an."

Küng, dessen Bestellung vor 15 Jahren im "Ländle" für soviel Aufregung in der Kirche gesorgt habe, streut der einflussreiche Abt zum Abschied Rosen: Dieser habe in den vergangenen Jahren "durch seinen liebevollen Umgang mit Menschen und kluge Personalpolitik viel gewonnen".

Einen Beitrag dazu hat für Lauterer wohl auch die Einsicht geleistet, dass man eine Diözese "in dieser geopolitischen Lage, eingebettet zwischen der Schweiz und Süddeutschland, nicht einfach umpolen" kann. Vor allem der in der Schweizer Kirche praktizierte große Einfluss der Gemeinden ist in Vorarlberg stark spürbar. Anders als in der traditionellen Kirchenhierarchie vorgesehen, steht der Bischof hier nicht selten am Ende des Informationsflusses und kann dann oftmals in Entscheidungen der Gemeinden - etwa in Fragen der Kommunion für alle oder der Ökumene - nicht mehr korrigierend eingreifen, erläutert Lauterer. Diese Tradition wirke bis nach Vorarlberg hinein.

Als Nachfolger Küngs wünscht sich Lauterer wiederum einen Vorarlberger, andernfalls sieht er - zumindest für die erste Zeit - Akzeptanzprobleme vorprogrammiert. Mit einer Entscheidung rechnet er in ein bis zwei Monaten. Sollte ein bereits geweihter Bischof zum Zug kommen, könne es aber schneller gehen.

"Tragisch" ist es für Lauterer, dass in der "Causa Paterno" ausgerechnet der bekannteste und beliebteste Vorarlberger Priester ins Zwielicht geraten ist. Allein schon die Anschuldigungen hätten großen Schaden verursacht. Sollten diese bestätigt werden, müsse jedoch "alles auf den Tisch".