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Menschenmassen werden erwartet. | Interne Kritik am Millionen-Bauwerk. | Ramallah. Yassir Arafat erhält sein Mausoleum. Die Grabstätte des 2004 verstorbenen Palästinenserführers wird am Sonntag eingeweiht. Das Bauwerk, zum dem auch eine Moschee gehört, trifft in Ramallah auch auf Kritik.
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Al Hakim ist stolz. "Das Mausoleum des Alten wird am Sonntag fertig sein", sagt der Wachmann, der vor einem riesigen Poster von Jassir Arafat steht. Der junge Soldat in seiner Khaki-Uniform gehört zu den Wächtern des Bauwerks, an dem seit anderthalb Jahren hier in Ramallah gebaut wird.
Noch wird gearbeitet. Fast im Minutentakt kommen hier in der Mukata, dem Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde, große Limousinen mit geschwärzten Scheiben an. Auf der andern Seite des betonierten Platzes, nur wenige Meter von den Politikern und Diplomaten entfernt, stehen Bagger, Lastwagen, Bulldozer. Mitten über den Platz verläuft eine vier Meter hohe Mauer, die das künftige Mausoleum und die Welt der Politik voneinander trennt.
"Am Sonntag wird es ein großes Fest geben", sagt Nesser, ein weiterer Wachmann. "Die Menschen werden in Massen kommen, wie damals, als der Sarg aus Paris zurückkam." Damals sei der Platz schwarz von Menschen gewesen.
Symbol der Einheit
Hinter der Mauer steht ein Kubus aus Marmor mit Seitenlängen von elf Metern. Rundherum laufen Koranverse und ein Wasserbecken. Die Anspielung auf die Kaba in Mekka, das Zentrum der islamischen Welt, ist kein Zufall. Arafat sei noch immer das Zement der palästinensischen Einheit, erklärt Al Hakim. "Drei Jahre nach seinem Tod brauchen wir ein starkes Symbol unserer Einheit." Das Mausoleum symbolisiere die Verbindung zwischen Ramallah, wo die Fatah herrscht, und Gaza, wo die Hamas die Macht übernommen hat. "Das ist unsere letzte Chance." So sieht es auch Nesser: "Die Moslems haben Mekka, wir Palästinenser werden das Mausoleum des Alten in Ramallah haben."
Zum Mausoleum wird ein Museum mit den Devotionalien des einstigen Palästinenserführers gehören: seine Uniformen, seine Pistolen, seine Bücher, seine Möbel. Auch eine Moschee mit 200 Plätzen gehört zum Komplex, "um für eine bessere Zukunft zu beten", wie Nesser sagt. Vom Minarett aus wird ein Laserstrahl auf die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem zeigen, dorthin, wo Arafat hätte begraben werden wollen.
Kosten sind geheim
Die Autonomiebehörde hält die Kosten des Komplexes geheim. Doch auch so wird kritisiert, dass Millionen zu Ehren eines Toten ausgegeben werden. Mohammed, ein Tischler auf Arbeitssuche, schaut skeptisch auf den Gehweg aus Marmor mitten in einer Stadt voller Armut. "Arafat genießt unsern Respekt, aber die Millionen Dollar wären besser ausgegeben worden, um den Lebenden zu helfen." Der Familienvater, der die 50 schon überschritten hat, verdient sein Leben mit einer ganzen Reihe von Arbeiten, als Maler, Chauffeur, Zimmermann und Bäcker. Er zeigt mit den Fingern auf Israel. Die Mauer, mit denen Israel die Palästinensergebiete absperrt, mache das Leben unmöglich "Die Israelis bauen eine Autobahn durch unsere Gebiete für sich allein, und wir bauen einen Gehweg, um zu unserer Klagemauer zu kommen." Die Palästinenserführer sollten gegen diese Apartheid kämpfen. "Sie treffen immer die falsche Wahl."
Auch andere Palästinenser kritisieren das Bauwerk "pharaonischen Ausmaßes". Manche sprechen auch von Korruption. Am Sonntag wird sich zeigen, ob Arafat noch als Zement der palästinensischen Einheit dienen kann.
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