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Ein Panda darf nicht Edmund heißen

Von Christina Böck

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Als Panda reicht es nicht mehr, einfach nur süß auszuschauen. Und süß tolpatschig zu sein. Und süß faul. Zumindest im Tiergarten Schönbrunn muss man sich als Panda schon etwas einfallen lassen, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Was vor einigen Jahren noch als große Sensation gefeiert wurde, gehört dort quasi zum Alltag. Wird doch gefühlt alle drei Monate, tatsächlich alle drei Jahre ein Pandababy geboren. Ist also nichts Besonderes mehr. Und wenn man kein Portfolio an spaßigen Videos anzubieten hat, das sich flächendeckend auf den Sozialen Medien verteilen lassen, dann ist man als Panda ganz schlecht aufgestellt. Dann kann man als Panda eigentlich auch ein Schwarzschwanz-Präriehund sein, so Zoobesucher-Hingabe-technisch.

Aber die Wiener Pandas werden zu Unrecht oft unterschätzt, was das Marketing angeht. Es ist so einfach und doch so brillant: Was ist besser als ein putziger Panda? ZWEI putzige Pandas! Seit Donnerstag stehen nun auch die Namen für die Zwillinge fest: Der Bub heißt Fu Ban, was "Glücklicher Gefährte" heißt. Das Mädchen heißt Fu Feng, das bedeutet "Glücklicher Phoenix". Also ja, die Tiere haben wieder chinesische Namen, was daran liegt, dass sie in ein paar Jahren nach China müssen. Und dort kann ja kein einziger Panda "Franz Joseph" oder "Edmund" aussprechen. Freilich in die andere Richtung war der Zoo nicht so rücksichtsvoll. Dass nämlich Fu Feng nur ein bisschen schlampig ausgesprochen auf Wienerisch nicht sehr schmeichelhaft klingt, wurde wohl übersehen. Oder war es gar Absicht? Dann war es nicht sehr konsequent. Warum das Tier nicht gleich Fu Nsn nennen?