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Ein Panda mit einer Agenda

Von Christina Böck

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Eins muss man ihnen lassen, den Wiener Pandas. Denen kann man nicht vorwerfen, dass sie sich ihre Pension mal von fremden Pandakindern zahlen lassen. Die kümmern sich noch selbst um stetige Mehrung ihres Nachwuchses. Gut, sie kalkulieren halt noch immer nicht ein, dass ihre Kinder ihnen jedes Mal abgenommen und nach China geschickt werden. Aber man soll jetzt auch nicht zu viel von einem Panda verlangen. Nun ist also innerhalb von sechs Jahren der dritte Panda in Schönbrunn geboren worden. Süß ist er noch nicht, das weiß man ja schon von den Geschwistern. Deswegen zeigt er sich auch erst in vier Monaten. Da ist er dann süß. Sie sind zwar nicht die agilsten Tierchen, aber sie haben ein untrügliches Gespür für einen eindrucksvollen Auftritt.

Da hat es der neue Panda als Drittgeborener freilich ohnehin schwer: War die Geburt seines Bruder Fu Long noch eine Sensation in allen Medien, ist der kleine Namenlose dieser Tage gerade mal eine Kurzmeldung wert. Fair ist das nicht. Sieht fast so aus, als müsste er sich echt etwas Besonderes einfallen lassen, um in den Schlagzeilen zu bleiben. Sich zum Beispiel um die Intendanz der Salzburger Festspiele bewerben.

Dafür würde sich dann der Name Fu Rore anbieten. Aber momentan weiß man ja noch nicht einmal das Geschlecht. Wenn es ein Mädchen wird, käme der Name Fu Nsn nicht so gut. Oder Fu Rie. Auch nicht so elegant wäre - für beiderlei Geschlecht - Fu Sspilz. Man sieht: Eine überhastete Namenswahl hilft niemanden. Und das ist ja auch gar nicht nötig. Ist ja noch ein Panda Fu Zerl.