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Ein Star und fünf Sternchen

Von Hermann Schlösser

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Marilyn Monroe: Wie man vergangenen Donnerstag aus der Serie "Legenden" (ARD) erfuhr, kam ihre Karriere durch eine gut geplante Bildpolitik in Gang. Bevor sie in Spielfilmen auftrat, war ihr Gesicht und vor allem ihr Körper den meisten Amerikanern schon bekannt. Als leicht oder gar nicht bekleidetes "Pin-Up-Girl" schmückte sie die Herrenmagazine und vor allem die Spinde amerikanischer Soldaten. Als sie zur Schauspielerei überging, traten beim Publikum sofort die Wiedererkennungseffekte ein, die für einen Star von großer Bedeutung sind. Freilich zeigte der Beitrag auch, dass Marilyn Monroe das "Sexbomben"-Image nicht mehr loswurde und dass ihr früher Tod auch mit dieser Festlegung zusammenhing.

Als Monroe starb, waren die fünf Mädchen der Girlband "No Angels" noch nicht einmal geboren. In den letzten Wochen wurde die Entstehung dieser Gruppe in mehreren Folgen in RTL 2 gezeigt: In strengen "Castings" setzten sich die fünf unter 4.000 Kandidatinnen durch, dann wurden sie einem harten Training und einem präzis kalkulierten Styling unterworfen. Indem das Fernsehen über all das berichtete, trug es zur Karriere einiges bei. Derzeit sind die fünf jungen Frauen also auch Stars. Aber einen so dauerhaften Ruhm wie Marilyn werden sie wohl nicht erreichen. Selbst RTL 2 hat sich schon von ihnen verabschiedet. Demnächst wird der Sender den Werdegang der nächsten Band dokumentieren. Und damit verschwinden die "No Angels" auf dem Höhepunkt ihrer gut organisierten Karriere schon wieder aus dem Zentrum des medialen Interesses.