Zum Hauptinhalt springen

Eine "bärige" Erfolgsgeschichte · doch am Anfang stand ein Elefant

Von Christina Weniger

Wirtschaft

Als im Jahr 1880 Margarete Steiff in Deutschland einen kleinen Elefanten aus Filz anfertigte, der ihr als Nadelkissen dienen sollte, dachte sie wohl nicht im Traum daran, daß ihr Name einmal | weltweit für Stofftiere der besonderen Art stehen sollte.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 26 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Besagter Elefant erhielt bald Nachfolger, da er sich bei den Kindern als Spielzeug höchster Beliebtheit erfreute. Margaretes Neffe, Richard Steiff, fertigte 1902 einen gegliederten Bären aus

Mohair, der ein Jahr später auf der Leipziger Messe präsentiert und letztendlich an einen Amerikaner verkauft wurde.

Der damalige US-Präsident Theodore "Teddy" Roosevelt fungierte als Namensgeber für den deutschen Export-Bären und verhalf ihm damit zum Durchbruch. Im selben Jahr wurden bereits 12.000 Teddybären

verkauft. Den typischen "Knopf im Ohr" erhielten die Steiff-Produkte ein Jahr später.

1.000 Mitarbeiter erzeugen

jährlich 1,5 Mill. Stofftiere

Daß Margarete Steiff mit ihren mittlerweile fünf Neffen eine Marktlücke entdeckt hatte, zeigen die Produktionszahlen aus dem Jahr 1907: Genau 974.000 Teddybären verließen das Werk in Deutschland,

die Produktpalette wurde um Filzpuppen und kleinere weichgefüllte Spieltiere erweitert.

Heute werden mit ca. 1.000 Mitarbeitern rund 1,5 Millionen Steiff-Tiere pro Jahr in den Werken in Deutschland und Österreich erzeugt. Etwa 60% davon verbleiben in Deutschland, die restlichen 40%

werden exportiert. Die wichtigsten Exportländer sind neben Österreich die USA, Großbritannien und Japan. Jedes der Länder zeige bestimmte Vorlieben, betonte Jan-Dirk Kohne, Exportleiter der Margarete

Steiff GmbH in Giengen/Brenz, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Während in den USA und in Großbritannien die Mohair-Bären ganz besonders beliebt seien, haben die Österreicher und Schweizer

ganz besonders die "Haus- und Afrikatiere" ins Herz geschlossen. In Japan dagegen stoßen die "designorientierten Tiere" wie Giraffen oder Koalas auf große Nachfrage.

Die Materialien wie Mohair, Baumwolle oder synthetischer Plüsch bzw. Holzwolle oder Karpok zum Füllen bezieht das Unternehmen hauptsächlich aus Deutschland bzw. anderen europäischen Ländern. Den

Umsatz bezifferte Kohne insgesamt mit rund 750 Mill. Schilling.

Jubiläums-Teddy für

Johann-Strauß-Liebhaber

Anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages von Johann Strauß Sohn stellte die Firma Steiff kürzlich einen "bärigen" Walzerkönig aus silberfarbigem Mohair vor. Eine schwarze Schleife,

eingestickte Noten sowie die Unterschrift des Komponisten unvergeßlicher Melodien auf den Pfoten sowie eine eingebaute Spieluhr, die den Donauwalzer zum Besten gibt, charakterisieren den

Sammlerbären. Er ist ausschließlich in Österreich und in einer limitierten Auflage von 1.847 (das Geburtsjahr der Firmengründerin) im Fachhandel erhältlich.

Steiff-Geschäftsführer Bernhard Rösner betonte anläßlich der Präsentation, daß aus den Archiven hervorgehe, daß Margarete Steiff die Musik von Johann Strauß besonders geliebt habe. Dem Unternehmen

sei es daher eine besondere Freude gewesen, mit diesem Bären eine harmonievolle Verbindung aus Kunst und Tradition herstellen zu können.