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Eine Lanze für den Rüpel-Moderator

Von Bernhard Baumgartner

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Schon wieder etwas zu Lanz? Ja, leider - es muss. Der Moderator, der wegen eines allzu ruppigen Interviews mit der Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht unter den Druck einer Petition für seine Ablöse geraten ist, bekommt nun - nach mehrtägiger Schrecksekunde - Schützenhilfe von den Piraten. Diese stellten eine Gegenpetition "Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will, immerhin ist er ja erwachsen" ins Netz.

Für oder gegen Lanz, das ist nun also die Frage, wenn es um den "Wetten, dass . . ?"-Moderator geht, der sich nun wenigstens über das schmückende Beiwort "umstritten" freuen darf.

Denn Lanz konnte gar nichts Besseres passieren, als wenigstens einmal das Publikum aufzuregen. Endlich bilden sich jetzt Menschen eine Meinung, die über die bisher gängigen "Naja..." oder "Bitte, wer?" hinausgeht.

Das kann nur gut sein. Denn Lanz, der bisher die Sendungen nach Thomas Gottschalks Aus mehr oder weniger routiniert den Abhang hinunter administrierte, braucht dringend Konturen. Er braucht Kanten, er muss das Schwiergersohn-Grau loswerden, will er nicht demnächst ohne Sendung dastehen. Es sei daran erinnert, dass auch Gottschalk am Anfang seiner "Wetten, dass . . ?"
-Karriere aneckte und ihm das Publikum nicht wirklich zutraute, diesen Supertanker zu steuern. Auch Lanz muss sich profilieren und zeigen, dass er pointierte Meinungen haben kann, die über das bemühte Verarschen von irritiert-verängstigten Hollywood-Menschen hinausgeht.

Und bitte auch dann mehr Mut, wenn gegenüber nicht gerade eine Linkspolitikerin sitzt.