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Eine Lösung à la "Ich will, aber kann nicht"

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

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Michel Platini gibt ja gerne den Reformer, das kommt schließlich immer gut. Und als der von ihm präsidierte europäische Fußballverband Uefa 2009 das Financial Fairplay Programm ins Leben rief, wurde die Vision, die die Vereine vor der Überschuldung retten sollte und - im Wesentlichen - besagt, dass die Klubs nicht mehr ausgeben dürfen, als sie (ohne das Zutun reicher Gönner) einnehmen, allseits mit Begeisterung aufgenommen. Fünf Jahre darauf, kurz bevor die Übergangsfrist vorbei ist, allerdings droht dieser an sich lobenswerte Plan nun im Keim zu ersticken: zum einen, weil die Uefa schon bisher mit zweierlei Maß gemessen hat, indem sie nur die Kleinen sanktioniert hat; zum anderen, weil gegen den möglichen Ausschluss ganzer Vereine aus den europäischen Wettbewerben schon eine Beschwerde bei der EU-Kommission liegt. Und weil man sich mit der dann doch nicht anlegen will, hat die Uefa nun laut dem Fachmagazin "Kicker" einen Strafenkatalog verabschiedet, wonach nur bei jahrelangen massiven Verstößen eine komplette Aussperrung droht, in anderen Fällen aber die Formel Gesamtsumme durch Spielergehalt zur Anwendung kommt. Konkret also: Übersteigen bei einem Verein die Ausgaben die Einnahmen um zehn Millionen Euro, wird ein Spieler mit einem Jahressalär von zehn Millionen (oder fünf mit je zwei Millionen) von der Uefa-Meldeliste gestrichen. Das macht die Sache nicht nur komplizierter, es bestraft auch genau die Falschen: die besten - und dadurch teuersten - Spieler und die Fans, die eben diese sehen wollen. Es ist eine typische Ich-will-aber-ich-kann-nicht-Lösung.