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Einmal gewinnt Evet, einmal gewinnt Hayir, Erdogan gewinnt immer

Von Gerhard Männl

Leserforum

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Die morgige Nachricht schon HEUTE für ÖSTERREICH:


Der überraschende Sieg Erdogans mit dem klaren Nein zum Ja seiner Gegner und dem klaren Ja zum Nein seiner Befürworter lässt keinen Zweifel: Erdogan ist der ultimative Atatürk 2.0.


Es wurde viel herumgerätselt, was ein Ja oder ein Nein zur türkischen Verfassungsreform bedeuten könnte. Meiner Meinung vor allem eines: Ein Rätselraten ohne Einsendeschluss. Denn große Veränderungen, die überall immer dringender erwartet oder gefordert werden, werde sich wahrscheinlich wieder nicht einstellen.


Wenn zB die roten Linie "Einführung der Todesstrafe" überschritten werden sollte, werden die demokratischen Kräfte unermüdlich weiter arbeiten:


Gerade die Einführung der Todesstrafe verpflichtet die demokratischen Kräfte der EU im Interesse der Menschenrechte mit der Türkei im Gespräch zu bleiben; vor allem im Namen der zu Tode Verurteilten.


Vielleicht werden die Verhandlungen offiziell andere Namen und andere Ziele bekommen; inoffiziell wird sich inhaltlich nichts ändern.


Nicht nur Christen ist der Leidensweg Jesu bekannt. Wie er von allen verlassen und verraten sein eigenes Kreuz zu seiner Hinrichtung schleppte.


Damals wurde Verrat noch gezählt.


Heute kräht kein Hahn mehr.