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Einzelhandel ist in Hochform

Von Rainald Edel

Wirtschaft
Der Lebensmittelhandel ist die umsatzstärkste Einzelhandelsbranche. Foto: bilderbox

Umsatzplus von 3,5 Prozent erzielt. | Geschäfts-Anzahl stagniert, Filialisierung im Vormarsch. | Wien. Der Einzelhandel freut sich über das beste Ergebnis seit 2000. "Im ersten Halbjahr des heurigen Jahres wurde ein nominelles Umsatzplus von 3,5 Prozent, inflationsbereinigt ein Zuwachs von 1,7 Prozent erzielt", erklärte Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich am Dienstag anlässlich der Präsentation des Halbjahresergebnisses. In absoluten Zahlen betrug der Einzelhandelsumsatz in den ersten sechs Monaten 2007 rund 21,6 Mrd. Euro. "Wir haben das erste Halbjahr mit Erfolg, aber nicht mit Auszeichnung abgeschlossen", sagte Lemler. Die nominelle Umsatzentwicklung im Einzelhandel sei seit dem ersten Halbjahr 2005 positiv und habe sich seitdem kontinuierlich verbessert. "Die sechs mageren Jahre sind vorbei. Ich hoffe, dass nun die fetten Jahre kommen", erklärt Lemler.


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#Sportartikel im Minus

In der ersten Jahreshälfte 2007 haben Standorte aller Größenklassen deutliche Umsatzsteigerungen erzielt, wobei das Wachstum bei Geschäften mit einem Jahresumsatz von zwei Mio. Euro und mehr am höchsten ausfiel.

Fast alle Branchen verzeichneten Umsatzzuwächse: Mit einem nominellen Plus von 9,5 Prozent entwickelte sich der Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf von Jänner bis Juni 2007 am besten, gefolgt vom Schuh-Einzelhandel mit einem Plus von fast neun Prozent. Lediglich der Sportartikelhandel musste in der ersten Jahreshälfte Umsatzrückgänge (Minus 1,4 Prozent) hinnehmen. Obwohl das zweite Quartal ein positives Umsatzergebnis aufweist, konnten die wetterbedingten Erlös-Rückgänge aus dem Wintergeschäft nicht ganz aufgeholt werden.

Konzentration nimmt zu

Mit der Konsolidierung geht aber auch der Strukturwandel im Einzelhandel einher. Die Anzahl der Geschäfte ist von 2005 auf 2006 mit 0,1 Prozent nur geringfügig gestiegen. Allerdings wurden im Beobachtungszeitraum rund 850 Handelsunternehmen mit nur einem Standort geschlossen und knapp 900 Filialbetriebe eröffnet. Mittlerweile werden rund 34 Prozent aller Geschäfte im Einzelhandel von filialisierten Handelsunternehmen betrieben, auf die rund 54 Prozent der gesamten Einzelhandelsverkaufsfläche entfällt. Pro Quadratmeter Verkaufsfläche erzielte die Branche 2006 im Schnitt einen Brutto-Jahresumsatz von 3080 Euro (3060 Euro 2005). Die Umsatzrentabilität lag im vergangenen Jahr durchschnittlich bei rund 1,9 Prozent", schilderte Peter Voithofer, stellvertretender Direktor der KMU Forschung Austria. Auch wenn knapp 40 Prozent der Handelsbetriebe nach wie vor rote Zahlen schreiben - insolvenzbedroht seien diese nicht, betont Voithofer.

Die positive Situation im heimischen Einzelhandel spiegle sich auch in der Beschäftigungsquote wieder. In der ersten Jahreshälfte 2007 waren im Einzelhandel 250.200 unselbstständig Beschäftigte (ohne geringfügig Beschäftigte) tätig, das sind um 3,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.