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Einziger Haken: Kosten

Von Veronika Fillitz

Politik

Der grüne Bildungssprecher Dieter Brosz schlägt einen großangelegten Reformprozess im österreichischen Bildungswesen vor: Er fordert die Einsetzung einer Bildungskommission, ganz nach dem Vorbild des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfahlen.


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Das derzeitige Bildungssystem stamme noch aus einer Zeit, in der lebenslanges Lernen und Teamfähigkeit noch kein Thema gewesen seien, erklärte Brosz. Genau das müsse aber nun vom Schulsystem gefördert werden. Ziel dieser Reform wäre daher die fächerübergreifende Vermittlung von sozialem und anwendungsorientiertem Lernen. Die Rahmenbedingungen dafür soll die Kommission - unter Einbindung von Experten aller Bildungsbereiche sowie der Wirtschaft, aber ohne Politiker-Beteiligung - festlegen. Idealer Auftakt wäre die von der ÖVP für den Herbst angekündigte Enquete zur Bildungspolitik.

Als Voraussetzungen für einen Reformprozess nennt Brosz die Verbesserung der Datenlage im Bildungsbereich. Derzeit betreibe das Bildungsministerium eine "Politik der Geheimniskrämerei". So sei beispielsweise nicht bekannt, wieviele Interessenten derzeit von den einzelnen Schultypen abgewiesen werden. Ohne Kenntnis über die Nachfrage könne auch kein Angebot geschaffen werden, meinte Brosz.

Vermehrte Schulversuche könnten als "Experimentierfeld im Bildungswesen" eine "Öffnung des Systems" möglich machen. Vorstellen kann sich Brosz derartige Projekte zur Integration, zur Gesamtschule, zur sprachlichen Förderung oder auch zu neuen Modellen der Leistungsbeurteilung

Vermutlich werde es notwendig sein, gerade während des Reformprozesses zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Darin sieht der Bildungssprecher auch den Haken an der ganzen Sache.