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Engpässe bei der gelben Vignette

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Samstag, 1. Februar 2003: Semesterferienbeginn, für viele Abfahrtstag in einen Wintersportort: Taschen in den Kofferraum, Schi aufs Autodach, Kinder angeschnallt - da war doch noch etwas . . . Kurz vor der Autobahnauffahrt ist sie so manchem Autofahrer in den Sinn gekommen: die Vignette.


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Doch zu diesem Zeitpunkt ein aktuelles Pkw-Mautpickerl zu ergattern, stellte sich in einigen Fällen als unmögliches Unterfangen heraus: An vielen Tankstellen und Trafiken war die Vignette (Preis für ein Jahr: 72,60 Euro) bereits ausverkauft.

Exekutive kennt keine Gnade

Ohne Vignette unterwegs zu sein, kann für aufgegriffene Autofahrer teuer kommen: Beim ersten Mal bittet die Exekutive mit 120 Euro zur Kasse. Daran ändern auch diesjährige Versorgungsengpässe nichts.

ARBÖ-Sprecherin Lydia Ninz sieht im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" einen Grund für die Engpässe darin, dass "jeder in letzter Sekunde rennt". Im kommenden Jahr sollen laut Autobahngesellschaft Asfinag die Autofahrer durch eine Kampagne an die zweimonatige Übergangszeit von 1. Dezember bis 31. Jänner erinnert werden. Nach Angaben der OMV sind 80% der im Jänner verkauften Mautpickerl in der letzten Woche des Monats von Trafiken und Tankstellen verkauft worden.

Walter Oberschlik, verantwortlich für das Shop-Geschäft in den OMV-Tankstellen, macht zudem den Auslieferungsmodus für die Wartezeiten verantwortlich: Das von der Asfinag beauftragte Lieferunternehmen Svoboda habe bisher nur wöchentlich geliefert. Das soll sich ändern: Ab sofort plant Svoboda, täglich ganz Österreich mit Vignetten zu versorgen. Ein weiterer Grund für die Engpässe sind jene 500 Tankstellen, die heuer erstmals als Verkaufsstellen für Vignetten fungieren. Sie haben laut OMV noch keine Erfahrungswerte im Ankauf der Stückzahlen und hatten zu wenig Plaketten bestellt. Die Post, die im vergangenen Jahr noch knapp 10% der Gesamtzahl verkauft hat, fällt wie berichtet heuer als Anbieter weg.

Die Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC erklärten gestern, keine Versorgungsprobleme zu haben. In beiden Clubs sei die Vignette erhältlich.

Gegen Verteuerung

ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Heller sprach sich gestern gegen eine Verteuerung der Mautvignette aus und kritisierte in diesem Zusammenhang mögliche Doppelkosten für Pkw-Fahrer: Zusätzlich zur Mautvignette für die generelle Benützung der Autobahnen müssen Autofahrer für bestimmte Strecken wie Brenner oder Tauernautobahn Sondermauten entrichten. Lkw bis zu 16 Tonnen benötigen hingegen keine Mautvignette, sondern bezahlen ausschließlich anfallende Sondermauten. Elisabeth Brugger-Brandau vom ÖAMTC dazu zur "Wiener Zeitung": "Konzepte einer Verteuerung für Pkw-Fahrer gibt es derzeit keine. Doch solange die Lkw-Maut nicht läuft, sollte man nicht darüber sprechen, die Autobahnbenützungsgebühr für Pkw anzuheben."