)
Barroso ermahnt Mitgliedsländer. | Brüssel. Die EU-Kommission schlägt Alarm: Die Getreidepreise steigen und Nahrungsmittelknappheit könnte vor allem in Ländern Afrikas zu Chaos führen. Gleichzeitig gehen die Entwicklungshilfezahlungen aus Europa zurück.
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 17 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Deshalb appellierten Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und Entwicklungshilfekommissar Louis Michel an die EU-Länder, ihren vereinbarten Verpflichtungen nachzukommen: 2005 hatten sie im Rahmen der sogenannten UNO-Millenniumsziele beschlossen, ihre Hilfszahlungen an die bedürftigen Länder bis 2015 auf 120 Milliarden Dollar (76,3 Milliarden Euro) zu verdoppeln. Die Zuschüsse für die Förderung der Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in den Entwicklungsländern aus EU-Mitteln seien für die Zeit von 2008 bis 2013 immerhin bereits auf gute 1,2 Milliarden Euro gegenüber 650 Millionen in der Vorperiode gesteigert worden, hatte Michel erklärt.
Die gesamten Zuwendungen der EU sind indes 2007 gegenüber 2006 weniger geworden: Nur 46,1 statt 47,7 Milliarden Euro wurden aus Europa überwiesen. Barroso verlangte konkrete Pläne von den Mitgliedsstaaten, wie diese Entwicklung in Richtung Zielerreichung umgekehrt werden könnte.
Dass die EU auf ihre Biospritziele von mindestens zehn Prozent bis 2020 verzichten werde, weil die Energiepflanzen in Konkurrenz zum Getreideanbau in der Dritten Welt stehen, schloss Barroso aus. Derzeit versuchen Experten Kriterien auszuarbeiten, wie der Anbau der Biosprit-Grundstoffe ohne sozialen Schaden für arme Länder umsetzbar wäre.
)
)
)
)