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Erste als Übernahmekandidatin zu teuer

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Die Wahrscheinlichkeit, dass derzeit jemand die Erste Bank übernehmen könnte, geht laut deren Generaldirektor Andreas Treichl "gegen Null". Als Übernahmekandidat sei die Bank zum jetzigen Börsekurs (gestern bei 60 Euro) zu teuer.


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Im ersten Halbjahr 2002 hat sich das Institut wieder sehr ertragsstark gezeigt. In der "Kerngruppe" (der früheren Erste-Bank-Gruppe mit ihren Beteiligungen, ohne Haftungsverbundsparkassen) wurde ein Vorsteuerüberschuss von 238 (nach 194) Mill. Euro erzielt. Nach Steuern und Fremdanteilen gab es jedoch ein Minus von 3% auf 104,7 Mill. Euro.

Die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft blieben mit 94 Mill. Euro (plus 1%) praktisch unverändert, wobei es im Inland zu einer Erhöhung um 46,9% auf 100,5 Mill. Euro kam. Die erstmalige Einbeziehung der Tiroler Sparkasse (TiSpa) spielte hier wesentlich mit. "Die Risikosituation in Österreich war schon lange nicht mehr so angespannt wie jetzt", sagte Treichl gestern vor Journalisten. In den Zentraleuropa-Töchtern habe es dagegen einen deutlichen Rückgang gegeben, die Kreditportefeuille-Restrukturierung sei dort weitgehend abgeschlossen.

In der um den Haftungsverbund erweiterten Betrachtung als neue Erste-Bank-Gruppe stiegen die Kreditvorsorgen um 97,1% auf 183,5 (93,1) Mill. Euro. Der Vorsteuergewinn wurde um 76,7% auf 342,0 Mill. Euro gesteigert.

In den Ländern Mittel- und Osteuropas erwartet die Erste Bank angesichts der hohen Nachfrage nach Bankdienstleistungen in den kommenden Jahren zweistellige Zuwachsraten. Die Ceska Sporitelna (CS) hat im 1. Halbjahr 2002 einen Vorsteuerüberschuss von 141,8 (nach 33,1) Mill. Euro erzielt, für die Slovenska Sporitelna (SLSP) wird ein Überschuss vor Steuern von 22,5 (nach 20,5) Mill. Euro genannt.

Die für 30. August geplante Notiz der Erste Bank an der Prager Börse wurde wegen der Flutkatastrophe in Tschechien verschoben. Angepeilt wird nun der 1. Oktober 2002.