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Estag schlägt bei EVN zu

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die Energie Steiermark (Estag) schlägt zu. Sie erwirbt das 13%-Paket an der EVN, das der Verbund im vergangenen Jahr an die Bayern-Finanz verkauft hatte. Die Estag, einst im Stromkonsortium mit Verbund und Energie AG ÖO (EAG), beansprucht damit ihr Vorkaufsrecht und stockt ihre EVN-Anteile von 6,5 auf 19,5% auf. Außerdem ist die Estag auch an den EVN-Anteilen (6,5%) der EAG interessiert.


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Seit Monaten wurde darüber spekuliert, wer das bei der Bayern-Finanz geparkte EVN-Aktienpaket erwerben wird. Nun zeigt sich der einstige Verbund-Partner, die Estag, entschlossen. "Wir geifen die 13% EVN-Aktien der Verbundgesellschaft auf," erklärt Vorstand Werner Heinzl im "Kurier". Obendrein betont er, dass er am 6,5%-Anteil den die EAG hält, auch Interesse habe. Sollte den Steirern auch dieser Coup gelingen, dann hätten sie 26% am niederösterreichischen Energieversorger und damit die Sperrminorität. Welche Strategie die Estag verfolgt, wollte Heinzel nicht verraten. Auch über den Preis hält er sich bedeckt. Erst am Montag hat Verbund-Vorstand Hans Haider erklärt, dass der Wert der insgesamt 26% an der EVN bei 500 Mill. Euro liege. Und er hob mit zur Schau getragener Unwissenheit hervor "selbst gespannt zu sein, wo das Paket landen wird".

Vermutet wird, dass hinter dem Deal der französische Atomstromkonzern EdF steckt, der zu einem Viertel bei der Estag mitregiert und nun auch in den Osten expandieren will. Mit diesem Schritt werden einstweilen die Gerüchte um einen gänzlichen Rückzug der EdF aus Österreich entkräftet. Auch drängt die EdF über ihre EVN-Anteile ins Strombündnis EnergieAllianz, an welchem die EVN zu 31,5% beteiligt ist.

Mit dem Deal werde der Einfluss von Atomkonzernen auf die EVN verdoppelt, krtisiert Global 2000-Experte Heinz Högelsberger. Schon jetzt besitzt die EdF über ihre Beteiligung an der Energie Baden-Württemberg rund 10% an der EVN. Die Schuld dafür, so Högelsberger, liege bei LH Erwin Pröll, der die EVN-Aktien nicht erwerben wollte sowie bei Wirtschaftsminister Bartenstein, der den Verkauf forcierte, ohne sich um die Besitzverhältnisse zu kümmern.