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EU will Robben schützen

Von WZ Online

Europaarchiv

Die EU-Kommission will die Robbenjagd durch ein umfassendes Handelsverbot bekämpfen. Die Behörde schlug am Mittwoch in Brüssel vor, den EU-weiten Handel mit Robbenerzeugnissen nur dann zu gestatten, wenn Garantien dafür vorliegen, dass die Jagdmethoden mit einem hohen Tierschutzniveau im Einklang stehen und den Robben keine unnötigen Schmerzen bereitet wurden.


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In Zukunft soll eine Kennzeichnung dafür sorgen, dass gehandelte Robbenerzeugnisse die strengen EU-Auflagen erfüllen. Die EU-Kommission will mit ihrem Vorschlag gegen das Töten und Häuten von Robben mit qualvollen Methoden vorgehen. Ein wissenschaftliches Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) komme zu dem Ergebnis, dass Robben nach verschiedenen Verfahren schnell, wirksam und ohne Qualen getötet werden können, betont die EU-Kommission. Diese Methode werde aber nicht immer praktiziert. Häufig würden Robben auch erschossen, mit Keulen erschlagen oder in Fallen und Netzen gefangen.

Über den Gesetzesvorschlag der Kommission müssen die EU-Staaten und das Europaparlament entscheiden. Nach Angaben der EU-Kommission entfallen von den 900.000 Robben, die jährlich erlegt werden, etwa 60 Prozent auf Kanada, Grönland und Namibia. Die Robbenjagd ist auch in Island, Norwegen, Russland, den USA sowie in Schweden, Finnland und Großbritannien verbreitet.

"Robbenerzeugnisse aus Ländern, die grausame Jagdmethoden praktizieren, dürfen wir nicht in die EU hereinlassen. Die EU engagiert sich dafür, ein hohes Tierschutzniveau zu gewährleisten", betonte Umweltkommissar Stavros Dimas.