Zum Hauptinhalt springen

Europas Konjunktur trotzt deutscher Mehrwertsteuer

Von Harald Waiglein

Wirtschaft

Wachstum im 1. Quartal heuer nur leicht gebremst. | Wien/Brüssel. Die Befürchtungen, dass die Erhöhung der deutschen Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn zu einem Einbruch der europäischen Konjunktur in der ersten Jahreshälfte führen könnte, haben sich nicht bewahrheitet.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 17 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Nach aktuellen Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat ist die Wirtschaft in der Euro-Zone in den Monaten Jänner bis März um 0,6 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2006 gewachsen. Damit hat sich die Konjunktur gegenüber dem 4. Quartal 2006 (plus 0,9 Prozent) zwar leicht eingebremst, sie bleibt aber stärker als zuletzt erwartet. Im Jahresabstand wuchs die Wirtschaft in der Euro-Zone um 3,1 Prozent.

In den EU-27 betrug das Wachstum im ersten Quartal 0,6 gegenüber dem Vorquartal (exakt wie in der Euro-Zone), im Jahresabstand lag es bei 3,2 Prozent.

In Deutschland selbst ist der Effekt der Mehrwertsteuer-Erhöhung offenbar etwas stärker spürbar. Gegenüber dem 4. Quartal des Vorjahres halbierte sich das Wachstum auf 0,5 Prozent im 1. Quartal.

Von den Staaten der Euro-Zone, deren Daten für das 1. Quartal bereits vorliegen (das sind knapp zwei Drittel), ist Spanien mit einem Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorquartal (4 Prozent im Jahresabstand) am stärksten gewachsen. An zweiter Stelle folgen mit einem Wachstum von 0,8 Prozent Portugal und Österreich.

Konsum in Österreich bleibt weiter schwach

Während sich die Konjunktur in fast allen europäischen Ländern zu Jahresbeginn ein wenig abschwächte, hat sie in Österreich gegenüber dem 4. Quartal 2006 sogar noch ein wenig zulegen können, von 0,6 auf 0,8 Prozent.

Sorgenkind der heimischen Wirtschaft bleibt allerdings der Konsum. Die gute Konjunktur in Österreich ist nach wie vor von Exporten und Investitionen getragen. Vor allem der Baubereich konnte - nicht zuletzt dank des milden Winters - kräftig zulegen. Der milde Winter sorgte auch dafür, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter entspannt. Laut Wifo liegt die Zahl der unselbständig Beschäftigten im 1. Quartal um 64.700 über dem Wert des Vorjahres.

Der Konsum der privaten Haushalte wächst jedoch im 1. Quartal nur um 0,3 Prozent, nachdem auch im 4. Quartal das Wachstum bereits nachgelassen hatte. Laut Wifo rechnen die Verbraucher trotz guter Konjunktur nur mit einer leichten Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Sie wollen daher bei größeren Anschaffungen nur etwas weniger sparsam sein als in den letzten Jahren.