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Existenzangst in der Forschung

Von Eva Stanzl

Politik

Forschungsbudget: Akademie der Wissenschaften muss drastisch sparen. | Wien. Angesichts der mageren Budgetaussichten für die Forschung mahnt Peter Schuster, Präsident der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), den Staat zur Verantwortung. Der Akademie sei ursprünglich ein Budget für 2009 von rund 106 Millionen Euro zugesagt worden. Nun sei deutlich weniger vorgesehen. "Wenn wir die in Aussicht gestellten Mittel nicht bekommen, müssen wir uns überlegen, wie wir als Forschungsträger weiter existieren können. Reiner Personalabbau wird dabei nicht zielführend sein, das wäre zu wenig", sagt Schuster zur "Wiener Zeitung".


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Kürzlich hatte die führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung angekündigt, 150 der rund 900 Mitarbeiter zur Kündigung anmelden zu müssen. Die ÖAW finanziert sich etwa zur Hälfte aus den Zusatzmitteln des Bundes, die zu den Ressortbudgets dazukommen und die bis 2013 von 2,3 Milliarden auf 350 Millionen Euro gekürzt werden sollen. "Bis zur Sitzung mit dem Forschungsrat am 13. Jänner müssen wir wissen, wie es weitergeht", sagt Schuster. Um bis zum Ende der Budgetverhandlungen im April durchzukommen, werde bereits bei Materialien drastisch gespart, Bauvorhaben seien gestrichen.

Unabhängig vom Budget verliert die ÖAW zehn Millionen Euro aus der eingefrorenen Forschungsstiftung der Nationalbank. Schuster betont: "Ob die Staatsgelder in die Stiftung fließen oder ins Forschungsbudget, ist egal: Der Staat muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Die zehn Millionen nicht zu haben, wäre für uns in einer Zeit der Kürzungen besonders gravierend."