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Fahrbericht: Chevrolet Trail Blazer

Von Helmut Dité

Wirtschaft

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Wesentlich weniger schmächtig als der alte Blazer kommt er daher, Chevrolets neuer "Trail Blazer", mittlerweile in der Statur eines Grand Cherokee. Fesch, sagten die meisten. Sehr amerikanisch, sehr nach Marlboro Country in all seiner Weite gestylt.

Amerikanisch im besten Sinn: Großzügig, bequem, mit links zu bedienen, alles auf Knopfdruck, souverän halt, immer mit einem breiten Grinsen und dem lässigen, beiläufigen Funktionieren, wie man es von einem mit dem schönen Schweizer Namen Chevrolet erwartet. Und mit fast keinem der uramerikanischen Nachteile - nicht zu weich, außer ein ganz klein bisschen in der Lenkung. Straff genug der Federung, dass man die Straße auch auf Schotter spürt, aber weich und leise genug, um den Country-Rock von James House -passt genau - oder Tschaikowskys Violinkonzert Opus 35 auch wirklich genießen zu können, beim Dahinrollen. Und dahinrollen, das tut er auch im Gelände sehr ordentlich. Wäre da nicht die ziemlich tief gezogene Frontschürze und die Trittbretter, dann könnte man auch ziemlich heavy anmutende Passagen hurtiger meistern. So muss man es halt gelassen angehen: Den Drehknopf am Armaturenbrett von "2HI" - sprich Hinterradantrieb -- über "4HI" - die Automatik verteilt den Kraftfluss um, wenn ein Rad Traktion verliert - und "4Lock" - der Allradantrieb ist permanent eingeschaltet - bis zu "4Low". Das legt man nur im Stehen unter unter 10km/h ein, in der Automatikstellung "N", dann geht ein kleiner Ruck durch den Zweitoner - und man fährt überall rauf und runter, die Automatik im Ersten gesperrt. Das elektronisch gesteuerte Auto-Trac-Allradsystem ist wohl das Feinste, was General Motors derzeit zu bieten hat.

Die 273 PS aus dem neuen Aluminium-Sechszylinder lassen ihn auf Autobahn und Landstraße ziemlich souverän agieren. Aber auch in der City hat das fast fünf Meter lange Trumm - genau 4.893 Millimeter - überraschend seine Stärken - mit nur 11,2 Meter Wendekreis. Exzessiv saufen tut er auch nicht: Die 13 Liter Normal pro 100 Kilometer aus dem Prospekt sind durchaus darstellbar, auch wen man ein paar Mal aus dem Vollen schöpft beim Kickdown.

An der Ausstattung fehlt nichts: Von der Klimaanlage bis zu den Sitzen alles elektronisch und elektrisch regelbar - und alles amerikanisch großzügig dimensioniert. Bis auf die - ebenfalls elektronisch per Regensensor gesteuerten - Scheibenwischerchen, die man sich außerhalb Südkaliforniens etwas robuster ausgeführt wünschen würde. Rundum, in der Summe der Eigenschaften, ist er nahe am Nonplusultra, der Trail Blazer. Schade eigentlich, dass ih trotzdem die meisten wohl wieder nur als Zugpferd kaufen werden - mit mehr als 2.600 Kilo gebremster Anhängelast wird man ihn wohl am häufigsten mit einem Pferde- oder Bootstransporter hinten dran sehen - obwohl er doch ein Freund in allen Lagen ist

Daten: Preis 51.700.- Euro. Motor: 6 Zylinder in Reihe, Hubraum 4.157 cm3, 24 Ventile pro Zylinder, elektronische Einspritzung. 200 kW (273 PS), 373 Nm bei 3.500 Umdrehungen pro Minute. 4-Stufen-Automatik, zentrales Differential, Tractions Control, Reduktionsgeriebe. Höchstgeschwindigkeit 192 km/h.

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