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Fehler deutscher Immofonds

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

+++ Das Problem war Ankauf unvermietbarer Bürogebäude.


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Wien. Die Krise der deutschen Immobilienfonds (Real Estate der Deutsche Bank, Dekabank, KanAm) erschütterte das Vertrauen der Anleger. Dass diese Turbulenzen auch auf Österreich überschwappen könnten, schließen die Chefs der BA-CA-Tochter Real Invest aber aus.

"Die Probleme sind schon vor vielen Jahren entstanden," erklärt Franz Pöltl im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". So hätten die deutschen Fonds Immobilien zu überhöhten Preisen gekauft, die nicht vermietet waren und auch später nicht mehr vermietet werden konnten. Es gebe noch heute jede Menge Bürotürme in Frankfurt die leer stehen würden. "Das schönste Gebäude, das keinen Ertrag bringt, hat keinen Wert." Dadurch, so Pöltl, seien die Preise in Frankfurt im zweistelligen Prozentbereich gefallen.

Keine Abwertung

Ein weiteres Versäumnis der deutschen Fonds: Die Immobilien hätten vor 10 Jahren bereits abgewertet werden müssen. "Denn Leerstand muss einen Niederschlag in der Bewertung finden," sonst seien die Zahlen reine Phantasie.

Real Invest-Chef Karl Derfler gibt jedoch zu bedenken, dass nicht jedes Immobilien-Produkt mündelsicher ist. Es bestehe durchaus die Gefahr der "Blasenbildung" bei Immobilien-Aktien. Für heimische Immobilienfonds schließt er unrealistische Bewertungen aus, da diese meist konservativer Veranlagung entsprechen würden. Dies gelte natürlich vor allem für die Fonds des eigenen Hauses, die sich in den vergangenen Jahren reger Nachfrage erfreuten.

So sei das Fondsvolumen im Vorjahr um 600 Mio. auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen. Die Rendite der drei Fonds habe jedoch 5 Prozent nicht überschritten.

Erfreut zeigen sich die Real Invest-Chefs über die geplante Änderung des Investmentfondsgesetzes. Dadurch wird nämlich die Umgehung der Grunderwerbssteuer von 3,5 Prozent legal. Das Brächte in Summe - samt Entfall der Notarkosten - laut Pöltl eine Ersparnis von 5,4 Prozent.