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Fernzüge rollen erst Ende 2015 zum Flughafen Schwechat

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Neues Flughafen-Terminal erlebt mit fast 40.000 Passagieren Feuertaufe.


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Wien. Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: Wenn am Dienstag das neue Flughafen-Terminal "Check-in 3" in Betrieb geht, werden fast 40.000 Passagiere erwartet. Alle in Schwechat ankommenden Fluggäste werden ausschließlich durch die neue Ankunftshalle zur neuen Gepäckausgabe gehen, der alte Ankunftsbereich wird geschlossen, ebenso wie der bisher vor allem von der AUA genutzte Terminal 1: Dort wird sofort mit Renovierungs- und Umbauarbeiten zum "Check-in 1" begonnen.

Bis spätestens Anfang 2013 übersiedeln dann die bisher im Terminal 1A angesiedelten Airlines - wie Air Berlin und Niki - in den ehemaligen AUA-Bereich, die im Terminal 2 angesiedelten Schalter - etwa von British Airways - übersiedeln in die "Tennishalle" und Terminal 2 wird geschlossen. Ob dort renoviert und ausgebaut oder der älteste Gebäudeteil des Flughafens ganz abgerissen und neu gebaut wird - durchaus auch zu anderen Zwecken wie einem Hotel oder einem Shopping-Center, wie Branchenkenner munkeln -, soll von einer Experten-Arbeitsgruppe des Flughafen-Managements bis zum heurigen Herbst entschieden werden. Ein von Zeitungen bereits kolportierter Abriss ist keineswegs beschlossene Sache, so ein Flughafen-Sprecher am Dienstag zur "Wiener Zeitung".

Fix hingegen - und schon in wenigen Wochen fertig - ist ein zentraler Ort für die Sicherheitskontrollen auch für den Pier West, also auch für die C-Gates, an denen Passagiere und Handgepäck bisher erst am jeweiligen Flugsteig durchleuchtet wurden. Von dieser Anordnung - auch im neuen Terminal mit den AUA- und Star-Alliance-Gates wurde sie gewählt - verspricht man sich mehr Komfort und Bewegungsfreiheit sowie eine raschere Abwicklung.

Erst im Anschluss an die Erneuerung von Terminal 1 und 2 wird auch der Terminal 1 A abgerissen und an seiner Stelle der Flughafenbahnhof fertig gestaltet. Das könnte bis 2014 oder 2015 dauern. Zeitdruck hat man dabei ohnehin keinen - die ÖBB hat mit dem Bau der "Götzendorfer Spange", die für die angestrebte direkte Bahn-Anbindung des Flughafens an den neuen Hauptbahnhof nötig ist, erst vor wenigen Wochen begonnen.

Die 2,1 Kilometer lange zweigleisige Neubaustrecke der ÖBB soll 65 Millionen Euro kosten - die EU finanziert mit - und künftig die Ostbahn mit der Flughafenschnellbahn S 7 verbinden. Die neue Spange wird im nationalen Fernverkehr ab Dezember 2015 genutzt werden können, hieß es anlässlich des Spatenstichs Anfang Mai. Die ÖBB planen, den Inlandsfernverkehr stündlich von Salzburg über den Hauptbahnhof und weiter ohne Zwischenhalt zum Flughafen Schwechat zu führen. Die Fahrt zwischen Hauptbahnhof und Airport wird 15 Minuten betragen. Von St. Pölten braucht man dann insgesamt nur noch 54 Minuten statt eineinhalb Stunden - nicht zuletzt deshalb, weil die Strecke ohne Umsteigen zurückgelegt werden kann. Von Linz verkürzt sich die Fahrzeit von zweieinhalb Stunden auf eine Stunde 55 Minuten.

Der Flughafen wird derzeit mit der Schnellbahnlinie S 7 und dem City Airport Train "Cat" von Wien-Landstraße aus angefahren, die Trasse ist weder mit dem ehemaligen Südbahnhof bzw. neuen Hauptbahnhof noch unmittelbar mit der Ostbahn verknüpft.

Für den Nahverkehr könnte die neue Spange bereits ab Dezember 2014 genutzt werden. Ob auf der Strecke aber überhaupt jemals Regionalzüge fahren werden, ist alles andere als fix. Denn dafür müsste die Stadt Wien die entsprechenden Mittel bereitstellen. Die ziert sich aber, ein Rathaussprecher sieht lediglich "ein mögliches Zukunftsprojekt". Wenn Wien mitzieht, rechnen die ÖBB damit, den Öffi-Anteil des Zubringerverkehrs zum Flughafen von derzeit 43 auf knapp 50 Prozent heben zu können. Nur mit Fernzügen bleibt nur ein Plus von zwei Prozent.