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Fiat Panda "Auto des Jahres 2004"

Von Helmut Dité

Wirtschaft

"Kalt - warm" zum Einstand für den Wiener Automanager Herbert Demel, der am Montag den Chefposten beim italienischen Autokonzern Fiat in Turin antrat: Während der krisengeschüttelte Autobauer in den ersten zehn Monaten des Jahres in der Europäischen Union um über 10% weniger Autos verkaufen konnte, wurde das neueste Produkt, der Kleinwagen "Panda", von einer internationalen Fachjury zum "Auto des Jahres 2004" gewählt.


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Der kleine Italiener habe bei der Bewertung durch eine Jury von 58 europäischen Motorjournalisten die Konkurrenz weit hinter sich gelassen, teilten die Magazine "Stern" und "L'Automobile Magazine" als zwei von sieben an der Preisvergabe beteiligte Zeitschriften mit. Demnach bekam der Panda insgesamt 281 Punkte.

Danach folgten punktegleich mit jeweils 241 Zählern der neue VW Golf und der Mazda 3 auf dem zweiten Platz. Auf den Plätzen vier und fünf rangierten der Toyota Avensis (219 Punkte) und der Opel Meriva (213 Punkte). Der neue 5er von BMW bekam 144 Punkte und landete auf dem sechsten Platz, der Nissan Micra kam mit 111 Zählern auf Rang sieben.

Im vergangenen Jahr war die Entscheidung der internationalen Jury knapper ausgefallen. Damals gewann der Renault Mégane mit 20 Punkten Vorsprung vor dem Mazda 6.

Die Jury aus 58 europäischen Motorjournalisten musste zunächst aus 35 neuen Modellen die Kandidaten für die Endausscheidung nominieren. Die bestand aus sieben Autos, die noch einmal eingehend getestet, verglichen und bewertet wurden. Wichtige Kriterien dafür sind: Wirtschaftlichkeit, Komfort, Sicherheit, Fahreigenschaften, Funktionalität und Design. Dass für die Juroren aus 22 Ländern Europas auch immer der Kaufpreis wichtig ist, zeigt sich daran, dass die Luxusautos unter den Kandidaten, etwa der Jaguar XJ oder der noble Geländewagen VW Touareg, kaum eine Rolle gespielt haben.

Die Mehrzahl der vom deutschen Magazin "Stern" befragten Leser favorisierte allerdings eindeutig den neuen VW Golf gefolgt vom Citroen Pluriel, dem 5er-BMW, dem Ford Focus C-Max und dem Audi A3. Der Panda landete nur auf Rang 20 der Kandidatenliste In Schweden wiederum wurde Opels neuer Minivan "Meriva" vom Publikum zum "Familienwagen des Jahres" gekürt, in Österreich gewann der Toyota Avensis vor allem wegen der Leserwahl den "Großen Österreichischen Automobilpreis" des ARBÖ.

Fiat kommt der sehr begehrte Titel "Car of the Year" gerade recht. Der wirtschaftlich angeschlagene Konzern braucht Erfolge dringender denn je. "Die Entscheidung der Jury ist jedenfalls als Anerkennung dafür zu werten, dass der italienische Autoriese - trotz roter Zahlen - das Wichtigste, was ein Hersteller leisten muss, immer noch beherrscht: gute Autos zu bauen", hieß es im "Stern".

Die Auszeichnung "Auto des Jahres" wird durch europäische Medien seit 1964 verliehen. Der Panda ist der siebente Fiat, der seit der ersten Vergabe des Preises "Auto des Jahres" wird. Zuvor hatte der italienische Autobauer 1996 letztmalig mit dem Fiat Bravo den Spitzenplatz der neuen Modelle erobert - und erfahren müssen, dass der Titel nicht auch autiomatisch einen Verkaufserfolg mit sich bringt.

Der neue Fiat-Chef Herbert Demel (50) - zuletzt Chef von Magna-Steyr in Graz - ging denn auch an seinem ersten Tag in Turin mit den Fiat-Managern in Strategie-Klausur - für den Neubeginn von Fiat nach der schwierigsten Krise in seiner über 100-jährigen Geschichte will der frühere Audi-Chef 100 Tage lang Journalistenkontakte strikt meiden, weil er zuerst das Unternehmen genau kennen lernen wolle.

"Hoffentlich bringt er uns eine schöne Torte mit", sagte die "Nummer eins" des Turiner Konzerns, Umberto Agnelli, in Anspielung auf den Familiennamen des Österreichers.