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Finanzaufsicht sperrt Kaupthing-Konten

Von WZ Online

Wirtschaft

Wien. Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat der österreichischen Zweigstelle der isländischen Kaupthing Bank hf (Kaupthing Edge) mit sofortiger Wirkung die Entgegennahme von Kundengeldern untersagt. Alle Spareinlagen auf österreichischen Konten wurden eingefroren.


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Den Leitern der österreichischen Zweigstelle wurde die Geschäftsführung mit Bescheid vom 8. Oktober teilweise untersagt. Wegen Gefahr in Verzug sei die Hereinnahme von Einlagen und die Überweisung der seit Eröffnung auf einem österreichischen Bankkonto angesammelten Einlagen verboten. Diese Maßnahme gelte laut FMA für die Dauer der Gefährdung, längstens jedoch für 18 Monate.

Kaupthing ging in Österreich Anfang September mit 4,85 Prozent aufs Sparkonto an den Start. Die Internet-Bank ist rein auf Online-Sparer ausgerichtet. Am Dienstag dieser Woche hieß es seitens der Österreich-Dependance, dass die staatliche Übernahme in Island keine Auswirkungen auf die Tätigkeiten in Österreich habe.

Keinen Zugriff auf ihre Online-Konten haben laut der Nachrichtenagentur AP auch Kunden der isländischen Bank in Deutschland. Auf der deutschen Internetseite hieß es: "Sehr geehrte Kaupthing Edge Kunden, die Kaupthing Bank wurde heute unter die Aufsicht der isländischen Bankenaufsicht gestellt. Derzeit ist der Zugriff auf die Online-Konten nicht möglich. Sie erhalten schnellstmöglich weitere Informationen."

Auch die finnische Finanzaufsicht Rata hat am Donnerstag die Operationen der isländischen Kaupthing-Bank in Finnland unterbunden und das Finanzinstitut unter Aufsicht gestellt. Das Abheben von finnischen Kaupthing-Konten ist auch via Internet und Bankomat nicht möglich.

Die Regierung in Reykjavik garantiert im Zusammenhang mit der bekanntgegebenen Übernahme der größten isländischen Bank nur die Einlagen der isländischen Guthaben zu 100 Prozent. Bereits am Vortag hatte die Schwedische Reichsbank Kaupthing einen Kredit über 5 Mrd. Kronen (517 Mio. Euro) gewährt und so die Einlagen des Instituts in Schweden gesichert.

Am Montag hatten ein rapider Kursverfall der isländischen Krone und eine TV-Ansprache von Ministerpräsident Geir Haarde, in der er erstmals die Möglichkeit eines Staatsbankrotts eingeräumt hatte, eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die das isländische Finanzsystem an den Rand des völligen Zusammenbruchs führte. (APA)

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