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Finanzkrise trifft Abfertigung neu

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

Nur 1,94 Prozent Veranlagungserfolg. | Freude über neue Kundengruppen. | Wien. Mit gemischten Gefühlen starten die neun österreichischen Mitarbeitervorsorgekassen (MVK) - die seit 2003 die sogenannte Abfertigung neu verwalten - ins neue Jahr. Einerseits herrscht Freude darüber, dass nun auch Selbständige, freie Dienstnehmer, Freiberufler und Landwirte ins Abfertigungs-System einbezogen sind. Andererseits hat die Branche im Vorjahr mit einem durchschnittlichen Veranlagungserfolg von 1,94 Prozent die magerste Performance seit ihrem Bestehen erzielt.


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Diesen Absturz - 2006 waren es immerhin noch 3,58 Prozent - führt Andreas Csurda von der Plattform der MVK unter anderem auf das "schwierige Kapitalmarktumfeld" zurück. Gemeint sind etwa die jüngsten Turbulenzen an den Aktien- und Anleihenmärkten. Von den ursprünglich angepeilten 6 Prozent Veranlagungserfolg ist die Branche weit entfernt. Seit 2003 konnten pro Jahr im durchschnitt rund 4 Prozent Ertrag erwirtschaftet werden.

Csurda kritisiert zum wiederholten Male "schwierige Rahmenbedingungen". Eine gesetzlich vorgeschriebene Kapitalgarantie und eine Mindestliegedauer von nur 36 Beitragsmonaten senke die Performance. Dem stimmt Heinz Behacker, Chef der VBV-MVK, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" zu. Bei ihm sei es zuletzt in den Monaten mit der schwächsten Wertentwicklung mitunter eng geworden, was die Erfüllung der Kapitalgarantie angeht.

VBV baut auf Ich-AGs

Dabei liegt die VBV als größte heimische MVK mit etwa drei Prozent Performance deutlich über dem Branchenschnitt. Behacker setzt nun voll auf die neuen Kundengruppen: Selbständige und freie Dienstnehmer sind seit Jahresbeginn verpflichtet, Beiträge für das Abfertigungs-System zu leisten. Freiberufler und Bauern können sich freiwillig dafür entscheiden. Herausforderungen sieht Behacker vor allem beim einzelnen Ansprechen von Einpersonenunternehmen - sogenannten Ich-AGs - und Landwirten.