)
Im Jahr 2005 zweistelliges Ergebnis erwirtschaftet. | Keine Pensions-kürzungen mehr. | Wien. Die Pensionskassen, Verwalter der Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge, konnten im vergangen Jahr ein Anlageergebnis von 11,4 Prozent erzielen. Je nach Veranlagungskategorie waren es zwischen 7 und 15 Prozent.
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 20 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Für die Bezieher von Pensionen aus diesem System werden die Auszahlungen durchschnittlich allerdings nur um 1,5 bis 2,5 erhöht, erklärte der Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, Christian Böhm am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresergebnisse 2005. Pensionskürzungen wie in den vergangenen Jahren werde es jedenfalls keine geben.
Für das Jahr 2006 erwartet Böhm ebenfalls eine gute Performance, legt die Latte mit 5 bis 6 Prozent aber deutlich niedriger als 2005.
2
http://www.wienerzeitung.at/bilder/wzo/apa/170227pension.jpg
Dass der gute Veranlagungserfolg der vergangenen Jahre (siehe Grafik) nicht sofort voll an die Kunden weiter gegeben werden kann, hat laut Böhm mehrere Ursachen: Erstens gebe es unterschiedliche Pensionsmodelle und damit unterschiedliche Regelungen für die Anpassung und zweitens müssen die Pensionskassen laut den gesetzlichen Vorschriften einen Teil des Anlageertrags für Schwankungsrückstellungen beiseite legen.
Moderate Erhöhung
"In den 90er Jahren gab es Pensionserhöhungen, die teilweise das doppelte der Inflationsrate ausgemacht haben. Dann gab es wieder schlechte Jahre und wir mussten die Erhöhungen wieder zurücknehmen". Daher setze man nun besser auf moderate Steigerungen, sagte Böhm Die Veranlagung der Gelder werde sehr stark gestreut, wobei der Schwerpunkt in Europa liege. An der Wiener Börse werden etwa 2 Prozent der Gelder veranlagt. Insgesamt werde etwa zu einem Drittel auf Aktien gesetzt und zu zwei Drittel auf festverzinsliche Wertpapier (z.B. Anleihen) und Immobilien. In Hedge Fonds werde nur in homöopathischen Dosen investiert, so Böhm.
Ausbau der 2. Säule
Insgesamt haben die Pensionkassen im Jahr 2005 Pensionsleistungen von 320 Mio. Euro ausbezahlt. Die durchschnittliche Pensionshöhe belief sich auf 500 Euro. 439.000 Personen hatten Ende 2005 Anspruch auf eine Firmenpension, rund ein Fünftel aller heimischen Arbeitnehmer und um 6,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Nach Ansicht der Pensionskassenvertreter noch immer zu wenig. In Anbetracht der Tatsache, dass Leistung der 1. Säule (staatliches Pensionssystem nach dem Umlageverfahren) immer weniger ausreichen werden, um den Lebensstandard im Ruhestand abzusichern, müsse die 2. Säule (betriebliche Altersvorsorge) ausgebaut werden. Böhm hofft daher, bald auch die Beamten bald zu den Kunden der Pensionskassen zählen zu können. Die gesetzlichen Regelungen dafür gebe es schon, derzeit werde noch über die Höhe der Beiträge verhandelt. Mehr Zulauf könnten die Pensionskassen auch durch auf eine Verankerung der betrieblichen Altersvorsorge in den Kollektivverträgen bekommen.

)
)
)