Zum Hauptinhalt springen

Flanieren durch die neue Luxusmeile

Von Claudia Peintner

Wirtschaft

Benkos Pläne zur Verlängerung des Luxus-Einkaufspfads.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 16 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Wien. Plakate mit Hinweisen auf Umbauarbeiten oder Totalausverkauf zieren seit Wochen die leeren Schaufenster rund um den Wiener Tuchlauben. Das Rätsel darüber, in was sich die Schalterhalle der ehemaligen Bawag-Zentrale oder die Ex-Länderbankräume Am Hof verwandeln, löst sich nun langsam auf. Was der Tiroler Immobilieninvestor und Eigentümer der schmucken Häuser René Benko plant, könnte die Innenstadt nachhaltig verändern. "Ich will das Weltstädtische in Wien noch verstärken", sagt Benko im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die Vision: Die Luxusmeile von Kohlmarkt und Graben bis zum Quartier der quasi angrenzenden Bankzentralen auszudehnen. Benko: "Umso mehr man flanieren kann, umso attraktiver wird die Stadt."

"Wien auf Wunschliste"

Schmuckstück der Umbaupläne soll ein neues 5-Sterne-Hotel werden. Eröffungstermin ist 2012. Gerüchten zufolge fällt in den nächsten Monaten die Entscheidung zwischen den beiden internationalen Hotelketten Park Hyatt und Mandarin Oriental. Benkos Ziel ist es, eine neue Dimension im Hotelbereich einzuführen - von der Größe der Zimmer angefangen bis zum Wellness-Angebot und der Service-Qualität.

Im Erdgeschoß des Hotels sowie rund um die beiden ehemaligen Bankzentralen entstehen zwischen 20 und 25 neue Nobel-Läden auf etwa 10.000 Quadratmetern. Viele Top-Firmen hätten Wien auf der Wunschliste, bisher aber keinen groß dimensionierten Shop gefunden, zeigt sich Benko zuversichtlich. Zudem würden bereits in Wien vertretene Marken wie Gucci, Louis Vuitton, Hermès oder Prada liebend gerne in größere Shops umziehen.

Auf Eis gelegt ist das ursprüngliche Vorhaben, ein elegantes Kaufhaus à la Harrods zu errichten. "Ich habe mich für hochwertige Boutiquen und darüber liegend Luxusbüros und Wohnungen entschieden, weil ich damit nicht nur von einem Mieter abhängig bin", erklärt der Unternehmer. Falle ein Mieter aus, sei das noch lange nicht so schlimm wie etwa bei der Pleite des Arcandor-Konzerns, wenn dann das gesamte Haus leer stehe. Finanzkräftige Unterstützung für das Monster-Bauvorhaben kommt von jenem griechischen Reeder, der im Vorjahr auch zur Hälfte bei Benkos Kaufhaus Tyrol eingestiegen ist. "Er ist jeweils zur Hälfte am Hotel und am Boutique-Projekt beteiligt", berichtet Benko.

Boutique in Erste Bank

Wann die Verträge mit Mietern unterschrieben werden können, hängt derzeit von der Zustimmung des Bundesdenkmalamts und den Behörden ab. Von dort als auch von der Signa Holding heißt es, die Gespräche seien im Endstadium.

Die Zusage bereits in der Tasche hat Benko in der Kärntner Straße 9. Wie die "Wiener Zeitung" erfuhr, soll dort im Herbst ein neues Flagshipstore mit 1000 Quadratmetern Mietfläche eröffnen - samt gläserner Fassade bis zum Obergeschoß. Als Mieter kommt eine Textil- und Modekette aus Spanien, Großbritannien oder den USA in Frage, die bisher in Österreich noch nicht vertreten ist.

Und was sind die Pläne für die jüngst von der Bank Austria erworbenen Perlen? Das Meinl-Haus Am Graben 19 - auf dem übrigens noch in großen Lettern ein Logo der CA-Immo haftet - will Benko unangetastet lassen. Das Objekt gehöre seiner Privatstiftung und sei ein strategisches Investment, das man nicht verkaufen werde, so der Tiroler.

Zur Renngasse 2, wo bis 2011 das Bank-Austria- Kunstforum untergebracht ist, will Benko seine Ideen nicht preisgeben. Der Verkauf an Signa Holding steht kurz vor dem Abschluss. Benko bezahle 60 Millionen Euro für das 1914 errichtete Bankpalais, heißt es.

Noch mehr Bank-Gustostückerln in Top-Lage ergeben sich für Benko ab 2015. Die Erste Bank übersiedelt mit der Zentrale zum neuen Wiener Hauptbahnhof - Geschäftsflächen werden frei. Die Filiale an der Ecke Tuchlauben will das Finanzinstitut jedoch nicht, wie oft gemunkelt wird, an die Signa verkaufen. Im Gegenteil: Die Erste Bank schmiedet selbst Pläne, dort im Erdgeschoß Boutiquen anzusiedeln. Ein Realitätenbüro sei bereits beauftragt, bestätigt die Bank.