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Flughafen Wien erhält Zuschlag für Preßburg

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

66 Prozent gehen an Konsortium. | Dritte Piste in Schwechat kommt. | Preßburg/Wien. Nun ist es fix: Das Bieterkonsortium TwoOne, das aus dem Wiener Flughafen, der Raiffeisen Zentralbank und der slowakischen Finanzgruppe Penta besteht, bekommt den Zuschlag für die slowakischen Flughäfen Preßburg und Kosice. Das bestätigte gestern, Mittwoch, die slowakische Regierung.


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Für 299 Mio. Euro gehen 66 Prozent der Anteile der Flughäfen an das Konsortium. Weitere 212,7 Mio. Euro fließen als Kapitaleinlage in die Flughäfen. TwoOne war in den zwei Runden als Höchstbieter hervorgegangen, es hatte das konkurrierende Konsortium um den spanischen Abertis-Baukonzern überboten.

"Nachholbedarf"

"Die Übernahme ist eine große Chance für Bratislava, Wien und die gesamte Region", jubelte Flughafen-Wien-Vorstand Herbert Kaufmann. Die Zahl der Passagiere werde in dieser Region von derzeit 17 Millionen bis 2015 auf 30 Millionen steigen. Mit jeder Million zusätzlicher Passagiere würden etwa 1000 Arbeitsplätze am jeweiligen Flughafen und weitere 800 in der Umgebung - etwa Hotels oder Taxis - gewonnen, sagt Flughafen-Wien-Sprecher Johann Mayer zur "Wiener Zeitung".

"Die Slowakei ist unter den neuen EU-Staaten Schlusslicht bei den Flugreisen. Es gibt also einen gewissen Nachholbedarf", meint Mayer. Dazu kämen Passagiere aus Ostösterreich, die von Preßburg aus ihre Reise antreten.

Bau maximal verzögert

Doch nicht nur der Flughafen jubelt. Auch die Grünen in Niederösterreich freuen sich: Nun müsse der Schienenausbau "voran getrieben werden", da die geplante dritte Piste in Schwechat "wieder in Frage gestellt" sein würde.

Doch davon kann laut Mayer keine Rede sein: In etwa zwei Jahren werde die Umweltverträglichkeitsprüfung durch das Land Niederösterreich abgeschlossen sein - man erwarte ein Okay - und dann könne der Vorstand den Bau der dritten Piste beschließen. Einzig eine Verzögerung könnte es geben: "Je nachdem wie sich das Verkehrsaufkommen in Bratislava und Schwechat entwickelt, könnte erst zwei, drei Jahre später als geplant gebaut werden", sagt Mayer.

Im Bereich Schienenausbau ist bisher jedenfalls fix, dass der Wiener City Airport Train (CAT) bis 2009 nach Preßburg verlängert werden soll. Bis dahin sollen zusätzlich zur PostbusVerbindung weitere Buslinien ab Sommer fahren.

Der Übernahme müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Bis Mitte August soll dann der Kaufpreis überwiesen werden.

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